Vorankündigung der EVP-Fraktion CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament zur Plenarsitzung in Strassburg
8.-11. Februar 2010

Montag, 8. Februar:

Anhörungen der designierten Kommissare, 18h

Erklärung des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission: gegenwärtige Entwicklungen bei GM/Opel

Dienstag, 9. Februar:

Abstimmung über die Rahmenvereinbarung über die Beziehungen zwischen Europäischem Parlament und der Kommission/ Vorstellung des Kommissions-Kollegiums/ Wahl der Europäischen Kommission

"Sehr zufriedenstellend" bezeichnet Klaus-Heiner Lehne (CDU), Vorsitzender der Verhandlungsdelegation und des Rechtsausschusses die Verhandlungen über die Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen Europäischem Parlament und Kommission. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments forderten unter anderem in der Rahmenvereinbarung das indirekte gesetzliche Initiativrecht ein. Auf Gesetzesvorschläge aus dem Europäischen Parlament muss demnach die Kommission binnen drei Monaten reagieren. Nach einem Jahr muss die Kommission die Initiative der Abgeordneten in einen Gesetzentwurf gegossen oder in das Arbeitsprogramm des Folgejahres aufgenommen haben. Erfolgt dies nicht, ist die Kommission verpflichtet, ihre Ablehnung detailliert zu begründen.

Weitere Punkte der Übereinkunft stärken ebenfalls das Europäische Parlament: So wird zum Beispiel die so genannte "weiche Gesetzgebung" (nicht rechtsverbindliche Übereinkünfte, Absichterklärungen oder Leitlinien) künftig erst nach Konsultation des Europäischen Parlaments erfolgen. Direktoren von Europäischen Agenturen werden durch das Parlament vor ihrer Ernennung gehört ebenso wie Kommissare im Falle einer neuen Ressortzuteilung oder eines Austauschs.

Die Abgeordneten erwarten eine offizielle Zustimmung Barrosos zu der Rahmenvereinbarung vor dem Plenum, bevor über die Entschließung abgestimmt wird. Hierbei handelt es sich um die Entschließung zum Inhalt des Rahmenabkommens. Die Abstimmung über die auf rechtlicher Grundlage ausformulierte Übereinkunft erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. äsident das neue Kollegium vorstellen. Der designierte Kommissar für den Bereich Energie, Günther Oettinger (CDU), zeigte sich in der Anhörung vor dem Industrie-, Forschungs- und Energieausschuss des Europäischen Parlaments exzellent vorbereitet und schlagfertig. In seiner Präsentation formulierte er vor allem drei Säulen einer zukünftigen EU-Energiepolitik: Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Am 3. Februar hörte der Entwicklungsausschuss die noch amtierende Vizepräsidentin der Weltbank, Kristalina Georgiewa, die einen überzeugenden Eindruck hinterließ. Die 56jährige Wirtschaftswissenschaftlerin will das Ressort Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion übernehmen. Im Falle der Bestätigung durch das Plenum kann das neue Kommissionskollegium am 10. Februar sein Amt antreten.

Abstimmung: Dienstag, 9.2.
Abgeordnetenbüro Klaus-Heiner Lehne, Tel. + 0033.3.88177047

Mittwoch, 10. Februar:

Erklärungen des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission: Fortschrittsberichte 2009 zu

Abstimmungen zu den Entschließungsanträgen

Aussprache zum Bankdatenabkommen SWIFT

Fraktionsübergreifend zeichnet sich zunehmende Kritik an dem Swift-Abkommen ab. Mit dem Bankdatenabkommen soll die EU amerikanischen Terrorismusfahndern Zugang zu Auslandsüberweisungen europäischer Bankkunden gewähren. Die Europaabgeordneten meldeten nicht nur grundsätzliche datenschutzrechtliche Bedenken an, sondern bemängelten auch die Art und Weise des Vorgehens der Mitgliedstaaten: Diese hatten am letzten Tag vor dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages das Abkommen verabschiedet. Mit dem Reformvertrag hat jedoch das Europäische Parlament Mitspracherecht, doch die EU-Regierungen haben nicht auf die Abstimmung im Parlament am 10. Februar gewartet. Demnach wird seit 1. Februar das Abkommen zwar vorläufig angewandt, Swift will allerdings keine Daten übermitteln, bis das Europäische Parlament seine Zustimmung erteilt hat. "Es ist wichtig, klar zu machen, dass wir selbstverständlich an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert sind. Es muss nur sichergestellt werden, dass gerade bei einem einseitigen Datentransfer von Europa in die USA, europäische Datenschutzstandards gewährleistet sind. Eine Sicherheitslücke würde es dennoch nicht geben", erklärt der EVP-Fraktionsvize, Manfred Weber.
Abstimmung: Donnerstag, 11.2.
Abgeordnetenbüro Manfred Weber: 0033.3.88177890

Seitenanfang