Montag, 8. Februar:
Erklärung des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission: gegenwärtige Entwicklungen bei GM/Opel
Dienstag, 9. Februar:
"Sehr zufriedenstellend" bezeichnet Klaus-Heiner Lehne (CDU), Vorsitzender der Verhandlungsdelegation und des Rechtsausschusses die Verhandlungen über die Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen Europäischem Parlament und Kommission. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments forderten unter anderem in der Rahmenvereinbarung das indirekte gesetzliche Initiativrecht ein. Auf Gesetzesvorschläge aus dem Europäischen Parlament muss demnach die Kommission binnen drei Monaten reagieren. Nach einem Jahr muss die Kommission die Initiative der Abgeordneten in einen Gesetzentwurf gegossen oder in das Arbeitsprogramm des Folgejahres aufgenommen haben. Erfolgt dies nicht, ist die Kommission verpflichtet, ihre Ablehnung detailliert zu begründen.
Weitere Punkte der Übereinkunft stärken ebenfalls das Europäische Parlament: So wird zum Beispiel die so genannte "weiche Gesetzgebung" (nicht rechtsverbindliche Übereinkünfte, Absichterklärungen oder Leitlinien) künftig erst nach Konsultation des Europäischen Parlaments erfolgen. Direktoren von Europäischen Agenturen werden durch das Parlament vor ihrer Ernennung gehört ebenso wie Kommissare im Falle einer neuen Ressortzuteilung oder eines Austauschs.
Die Abgeordneten erwarten eine offizielle Zustimmung Barrosos zu der Rahmenvereinbarung vor dem Plenum, bevor über die Entschließung abgestimmt wird. Hierbei handelt es sich um die Entschließung zum Inhalt des Rahmenabkommens. Die Abstimmung über die auf rechtlicher Grundlage ausformulierte Übereinkunft erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. äsident das neue Kollegium vorstellen. Der designierte Kommissar für den Bereich Energie, Günther Oettinger (CDU), zeigte sich in der Anhörung vor dem Industrie-, Forschungs- und Energieausschuss des Europäischen Parlaments exzellent vorbereitet und schlagfertig. In seiner Präsentation formulierte er vor allem drei Säulen einer zukünftigen EU-Energiepolitik: Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Am 3. Februar hörte der Entwicklungsausschuss die noch amtierende Vizepräsidentin der Weltbank, Kristalina Georgiewa, die einen überzeugenden Eindruck hinterließ. Die 56jährige Wirtschaftswissenschaftlerin will das Ressort Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion übernehmen. Im Falle der Bestätigung durch das Plenum kann das neue Kommissionskollegium am 10. Februar sein Amt antreten.
Abstimmung: Dienstag, 9.2.
Abgeordnetenbüro Klaus-Heiner Lehne, Tel. + 0033.3.88177047
Mittwoch, 10. Februar:
Grundsätzlich zeigen sich die Abgeordneten zwar nach wie vor vom Ausgang der Konferenz und dem nicht rechtsverbindlichen Charakter der "Kopenhagener Vereinbarung" enttäuscht. Die Anerkennung des Ziels, die Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad zu begrenzen, wird jedoch als ein Fortschritt gesehen. Karl-Heinz Florenz (CDU), Mitglied des Umweltausschusses und Vizevorsitzender der Kopenhagen Delegation, ist der Meinung, dass die EU nun innehalten müsse. "Wir müssen unsere Strategie überdenken, aber an unseren Zielen festhalten". Auch Peter Liese (CDU), Koordinator der EVP-Fraktion im Umweltausschuss, ist der Auffassung, dass Veränderungen notwendig seien. "Wir müssen aus unseren Fehlern, insbesondere in Sachen 'Verhandlungsführung' lernen, aber nicht gleich die UN an sich in Frage stellen."
Florenz fordert eine wirkliche "Klimadiplomatie". Insbesondere die verbesserte Zusammenarbeit mit anderen nationalen Parlamenten sowie eine größere Vernetzung zwischen Akteuren seien wichtig. "Besonders zur großen und sehr heterogenen Gruppe der G-77 müssen wir bessere Kontakte aufbauen." Liese fügt hinzu: "Blockadekräfte wie China und Venezuela sowie die Öl-exportierenden Golfstaaten müssen international isoliert werden, zum Beispiel durch gemeinsame Initiativen der Europäischen Union mit fortschrittlichen Staaten wie Brasilien und Japan."
Beide Abgeordneten sind sich sicher: "Es geht darum, zu führen und einen Weg aufzuzeigen, nicht zu diktieren." Für beide Abgeordnete liegt eine Lösung in der Verdeutlichung der Chancen des Klimaschutzes: "Fast alle Maßnahmen zum Klimaschutz sind auch aus anderen Gründen sinnvoll, zum Beispiel zur Verringerung der Importabhängigkeit von Energie und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in Europa."
Abgeordnetenbüro Karl-Heinz Florenz: 0033.3.88177320
Abgeordnetenbüro Peter Liese: 0033.3.88177981
Fraktionsübergreifend zeichnet sich zunehmende Kritik an dem Swift-Abkommen ab. Mit dem Bankdatenabkommen soll die EU amerikanischen Terrorismusfahndern Zugang zu Auslandsüberweisungen europäischer Bankkunden gewähren. Die Europaabgeordneten meldeten nicht nur grundsätzliche datenschutzrechtliche Bedenken an, sondern bemängelten auch die Art und Weise des Vorgehens der Mitgliedstaaten: Diese hatten am letzten Tag vor dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages das Abkommen verabschiedet. Mit dem Reformvertrag hat jedoch das Europäische Parlament Mitspracherecht, doch die EU-Regierungen haben nicht auf die Abstimmung im Parlament am 10. Februar gewartet. Demnach wird seit 1. Februar das Abkommen zwar vorläufig angewandt, Swift will allerdings keine Daten übermitteln, bis das Europäische Parlament seine Zustimmung erteilt hat. "Es ist wichtig, klar zu machen, dass wir selbstverständlich an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert sind. Es muss nur sichergestellt werden, dass gerade bei einem einseitigen Datentransfer von Europa in die USA, europäische Datenschutzstandards gewährleistet sind. Eine Sicherheitslücke würde es dennoch nicht geben", erklärt der EVP-Fraktionsvize, Manfred Weber.
Abstimmung: Donnerstag, 11.2.
Abgeordnetenbüro Manfred Weber: 0033.3.88177890