Presseerklärung

100. Weltfrauentag: Gleiche Chancen für Frauen in Politik und Wirtschaft
Auf die richtigen Weichenstellungen kommt es an

Presseerklärung von Angelika Niebler, erschienen im März 2011

(München, 04.03.2011). Laut der vbw Studie "Arbeitslandschaft 2030" werden in Bayern im Jahr 2015 eine halbe Millionen Fachkräfte fehlen. Bundesweit werden zu diesem Zeitpunkt allein 600.000 mehr Frauen in Arbeit benötigt als heute. Wie sich die Karriereförderung von Frauen intensivieren lässt, diskutier-ten Dr. Angelika Niebler, MdEP und Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau im Europäischen Parlament, Hildegund Rüger, Präsidentin des Bayeri-schen Landesfrauenrates, und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., bei der Veranstaltung "Frauen in Politik und Wirtschaft" mit interessierten Münchner Bürgerinnen und Bürgern. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass gleiche Chancen für Frauen in Politik und Wirtschaft gesellschaftlich eine Selbstverständlichkeit sein müssen.

Dr. Niebler betonte: "Frauen sind nicht besser als Männer, aber sie bringen eine neue Perspektive ein. Einige Firmen haben Diversity bereits zum Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie gemacht. Mehr Vielfalt bedeutet mehr Wert-schöpfung." Elementar seien die richtigen Weichenstellungen, so die Diskussi-onsteilnehmer. Brossardt sah in einer erweiterten Berufs- und Studienwahl von Frauen sowie in einer flächendeckenden Betreuungsinfrastruktur für Kinder wesentliche Stellschrauben: "Wer die weibliche Erwerbstätigenquote erhöhen will, muss hier ansetzen. Die vbw fordert nicht nur, sondern handelt. Unser Projekt "Plattform Betreuung" beispielsweise hilft Mitarbeiterinnen und Mitarbei-tern von über 1.000 Mitgliedsunternehmen bei der Kinder- und Pflegebetreu-ung."

Unterschiedliche Auffassungen gab es bei der Frage nach einer Frauenquote. Brossardt lehnte eine staatlich verordnete Quote strikt ab: "Unternehmen haben ein vitales Interesse daran, mehr Frauen zu gewinnen. Eine gesetzliche Quote wird nicht helfen, da allein Qualifikation und nicht das Geschlecht ausschlagge-bend ist. Junge Frauen weisen schon heute bessere Abschlüsse auf. Das wird sich mittelfristig auch in einem höheren Frauenanteil in Führungsebenen nieder-schlagen."

Dagegen erklärte Hildegund Rüger: "Die Zeit des Wartens ist vorbei. Wir sind daher auch bereit, die Quote offensiv zu vertreten. Allerdings als vorübergehen-des Instrument, da auf längere Sicht die 50prozentige Teilhabe von Frauen in allen Lebensbereichen selbstverständlich sein muss." Dr. Niebler erläuterte, dass sich die CSU auf eine Quote verständigt habe, um Frauen zu motivieren, Politik zu machen: "Ich habe gelernt: Es geht manchmal nicht ohne."

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Frauen in Politik und Wirtschaft des künftigen Europas eine größere Rolle spielen werden.

Kontakt:

Jochen Kubosch
Europäisches Parlament - Informationsbüro in München
Tel.: 089 - 2020 8790
E-mail: EPmuenchen@europarl.europa.eu

Konstanze Lueg
ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e.V.
Tel. 089-551 78-375
E-Mail: konstanze.lueg@ibw-bayern.de,
www.vbw-bayern.de, www.ibw-bayern.de

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