Presseerklärung

Lohnunterschiede aufheben, Altersarmut verhindern
FU-Landesvorsitzende fordert zum "Equal Pay Day" eine nachhaltige Lohnpolitik

Presseerklärung von Angelika Niebler, erschienen im März 2011

23 Prozent beträgt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Obwohl Deutschland zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder gehört, belegt es damit im europäischen Vergleich den viertletzten Platz. Gründe hierfür sind, dass mehr Frauen als Männer in Teilzeit oder schlechter bezahlten Branchen angestellt sind. Zum deutschlandweiten "Equal Pay Day" am 25. März macht Dr. Angelika Niebler, Landesvorsitzende der Frauen-Union, auf die verheerenden Auswirkungen dieser Ungleichheit aufmerksam, die sich insbesondere nach dem Erwerbsleben zeigen: "Wegen der geringeren Gehälter bekommen Frauen im Ruhestand geringere Renten und haben ein größeres Armutsrisiko im Alter."

Zwar sind dank der EU- und der nationalen Rechtsvorschriften Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, die der gleichen Arbeit nachgehen, in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Gleichzeitig zeigt eine Studie der VBW jedoch, dass die Lohnschere dann auseinander geht, wenn Frauen familienbedingte Pausen gemacht haben. "Fatal" findet Angelika Niebler: "Hier muss seitens der Arbeitgeber mehr für den Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf getan werden." Eine Pause von zwei Jahren dürfe in einem etwa 35-jährigen Erwerbsleben kein Karriereknick bedeuten. Hinsichtlich der späteren Rentenbezüge, sollte man außerdem über einen Ausbau der Anerkennung von Erziehungszeiten in der Rentenversicherung nachdenken.

Dass der gleiche Ausbildungsstandard nicht immer ein Garant für gleicher Lohn ist, zeigt der branchenübergreifende Vergleich: In Männerberufen mit Fachschulabschluss wird mehr verdient als beispielsweise im klassischen Frauenberuf Erzieherin mit gleichem Abschluss. "Niedrige Löhne in sozialen Branchen benachteiligen vor allem Frauen, da sie die Mehrheit der Angestellten ausmachen", sagt Angelika Niebler. "Es muss unser Anspruch sein, diese Diskrepanz aufzuheben." Auch Frauen, die ein naturwissenschaftliches Fach studiert haben, verdienen schon beim Berufseinstieg weniger als ihre männlichen Kollegen. Außerdem sind sie häufiger in Teilzeit oder nur befristet angestellt. Zu diesem Ergebnis kam jüngst das Institut für Hochschulforschung.

An die Unternehmen gerichtet, sagte Angelika Niebler: "Es reicht nicht, sich Gleichberechtigung auf die Fahnen zu schreiben." Die Unternehmen müssten auch danach handeln. Frauen müssten das gleiche verdienen wie ihre männlichen Kollegen und die gleichen Aufstiegschancen und Förderungen erhalten. Den Frauen riet sie: "Seien sie selbstbewusst, treten sie Netzwerken bei, fordern sie, was Ihnen zusteht! Für die Anerkennung ihrer Leistung heute und eine angemessene Absicherung ihrer Zukunft."

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