Lebensmittel sollen nicht mit Ampelfarben bewertet oder gekennzeichnet werden. Das hat das Europäische Parlament am heutigen Mittwoch bei der Abstimmung über die Verordnung zu Informationen der Verbraucher über Lebensmittel mit knapper Mehrheit beschlossen. Die CSU-Europaabgeordnete Dr. Angelika Niebler begrüßt dieses Votum. "Eine Einteilung in "gute" oder "schlechte" Lebensmittel, die durch eine Einführung einer Ampelkennzeichnung erfolgt wäre, ist nicht zielführend."
Mit dem Vorsatz, Verbraucher über die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung von Lebensmitteln aufzuklären, hatte die Europäische Kommission im Rahmen ihrer europäischen Strategie gegen Fettleibigkeit und für eine gesunde Ernährung einen Vorschlag für neue Kennzeichnungsvorschriften vorgelegt. Grundsätzlich sei die Zielsetzung der Kommission richtig, sagte Niebler. Immerhin sei ein Drittel aller in der Europäischen Union lebenden Menschen übergewichtig und mehr als einer von zehn klinisch fettleibig. Eine Kennzeichnung der Lebensmittel mit den drei Ampelfarben rot, gelb und grün sei jedoch der falsche Weg. Cola light würde mit "grün" gekennzeichnet werden, naturtrüber Apfelsaft oder echter Käse aufgrund einzelner Nährwerte jedoch mit "rot". Auch salzarmes Weizenbrot wäre demnach empfehlenswerter als Mehrkornbrot. "Es gibt keine ungesunden Lebensmittel, sondern nur eine ungesunde, nicht ausgewogene Ernährung", sagte die Europaabgeordnete heute in Straßburg.
Die CSU-Europaabgeordneten konnten gemeinsam mit Kollegen der EVP-Fraktion durchsetzen, dass Lebensmittelimitate wie der sogenannte Analogkäse künftig aber sehr wohl gekennzeichnet werden müssen. So sieht es die Neufassung der Vorschriften vor. Leider konnte die ersatzlose Streichung der Nährwertprofile, die gesundheitsbezogene Werbeaussagen möglich machen, nicht erreicht werden. "Das ist sehr ist sehr ärgerlich", urteilte Angelika Niebler, "da die Profile nicht wissenschaftlich begründet, sondern willkürlich festgesetzt wurden."
Den Energiegehalt von Nahrungsmitteln können Verbraucher weiterhin auf der Verpackungsseite erfahren. Solche Angaben ersetzen natürlich nicht die Kampagnen und Bildungsmaßnahmen für eine gesunde Ernährung, betonte Angelika Niebler. Die Bürger seien auch selbst in der Pflicht: "Bei all den Informationen kann und darf die EU dem Verbraucher nicht die Eigenverantwortung nehmen."