Die Frauen-Union Bayern hat einen gesetzlich vorgeschriebenen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent in Aufsichtsräten von Dax-30-Unternehmen gefordert. Auf ihrer Landesversammlung im unterfränkischen Schweinfurt beschloss die FU am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit einen entsprechenden Antrag an die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag.
Nach der Forderung einer angemessenen Repräsentanz von Frauen in der CSU sei dieser Antrag folgerichtig, wenn man das Ungleichgewicht gesamtgesellschaftlich korrigieren wolle, sagte Angelika Niebler, Landesvorsitzende der Frauen-Union. Monika Hohlmeier, Mitglied des Europäischen Parlaments, stimmte zu, dass dem nur mit gesetzliche Vorschriften nachzukommen sei: "Es wären nie umweltfreundliche Katalysatoren in Autos eingebaut worden, hätte die Politik keine Verordnung erlassen. Von alleine wird sich auch nichts zur Frauenförderung tun."
Mit ihrem Postulat nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote steht die FU keinesfalls alleine da: Norwegen, Frankreich, Österreich, Finnland und Spanien haben bereits gesetzlichen Vorschriften zu gemischtgeschlechtlichen Aufsichtsräten. Immer mehr europäische Länder greifen also auf dieses Mittel zurück, dass für Angelika Niebler "ultima ratio" ist: "Eine Quote ist nicht sexy, aber um den Durchbruch für Frauen zu erreichen, notwendig."
Die Deutsche Telekom sieht das genauso: Als erstes Dax-Unternehmen hat der Konzern im vergangenen März die Einführung einer betriebsinternen Frauenquote beschlossen. Die Justizminister der Länder prüfen derzeit ebenfalls die Rahmenbedingungen für Frauenquoten in Unternehmen. Bayerns Justizministerin Beate Merk sprach sich daher vehement für den Antrag der Frauen-Union aus.