Zum ersten Mal in seiner 110-jährigen Geschichte wird der Friedensnobelpreis dieses Jahr an drei Frauen vergeben. Die Preisträgerinnen sind Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee und die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen. Ausgezeichnet werden sie für ihren friedlichen Kampf für Frauenrechte und den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen in Konfliktgebieten. "Mit dieser Entscheidung sendet das Nobelpreis-Komitee ein Zeichen der Hoffnung an alle Frauen, die sich unter gefährlichsten Bedingungen und mit großem persönlichen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte stark machen", sagte die Landesvorsitzende der Frauen-Union in Bayern, Dr. Angelika Niebler. "Die drei Preisträgerinnen zeichnet vor allem eins aus: Mut. Auch wenn wir hier in Europa in gefestigten Demokratien leben, können auch wir von der Courage dieser drei Frauen lernen."
Die 72-jährige Ellen Jonson-Sirleaf ist die erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas und war treibende Kraft beim Wiederaufbau ihres Landes nach 13 Jahren Bürgerkrieg in Liberia. Die ebenfalls aus Liberia stammende Bürgerrechtlerin Leymah Gbowee (39) engagierte sich jenseits aller ethnischen und religiösen Spaltungen ihres vom Bürgerkrieg zerrütteten Landes für eine stärkere Beteiligung von Frauen und hat den liberianischen Friedensprozess als Koordinatorin der Organisation "Women in Peacebuilding" maßgeblich beeinflusst. Die 32-jährige Journalistin Tawakkul Karman ist Vorsitzende der Vereinigung "Journalistinnen ohne Ketten" und spielt eine führende Rolle in der Protestbewegung im Jemen. Aufgrund ihres Einsatzes für Frauenrechte und Meinungsfreiheit wurde sie von Regierungstruppen in den ersten Tagen der jemenitischen Revolution im Januar 2011 vorübergehend festgenommen.
Als Vorsitzende der Interparlamentarischen Delegation für die Beziehungen zur arabischen Halbinsel hat sich Angelika Niebler auf verschiedenen Delegationsreisen umfassend über die Modernisierungsprozesse in der Region informiert. In Gesprächen mit Aktiven von Menschenrechtsorganisationen und Journalisten wurde deutlich, wie schwierig die Situation für die Frauen vor Ort ist. In ihren Begegnungen hat Niebler immer wieder die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gefordert und diese Forderung durch gezielte Begegnungen mit diesen Organisationen angemahnt. Die herausragende Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis für die drei Frauen aus Afrika und dem Jemen wird sicher den engagierten Frauen vor Ort weiter Mut machen: "Durch den selbstlosen Einsatz von Frauen wie Tawakkul Karman im Jemen schöpfen viele andere Frauen Mut, sich ebenfalls zu engagieren. Ihr Engagement macht deutlich, wie zentral die Gleichstellung von Mann und Frau für den Aufbau gerechter und friedlicher Gesellschaften weltweit ist", erklärte Angelika Niebler.
Der Friedensnobelpreis wird traditionell gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) überreicht.