Die EU-Kommission stellte heute ihre Vorschläge zur Forschungsförderung für die Finanzperiode 2014-2020 vor, genannt "Horizon 2020". Es wurden 80 Billionen Euro als Investitionssumme beantragt, zum einen um Wachstum und Arbeitsplätze zu stärken und zum anderen um Europa in Sachen Forschung weiterhin einen Spitzenplatz zu garantieren. Künftig soll sich die EU-Unterstützung in drei Kernbereiche aufteilen: Exzellenz in der Wissenschaft, Spitzenforschung in Industrie und Wirtschaft sowie gesellschaftliche Herausforderungen wie z.B. Klimawandel, erneuerbare Energien, Gesundheit und den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologie.
"Wir müssen weg vom reinen Gießkannenprinzip. Der Ansatz, die innovativen Forschungsprojekte durch die Wissenschaft, die Industrie und die Gesellschaft stärker definieren zu lassen ist ein wichtiger Schritt, denn er verbreitert den kreativen Input auch für Bayern", sagt die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler. Die EU-Forschungsförderung kann durch intelligenteren Mitteleinsatz und die Innovationsförderung an der Basis viel für die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns tun. "Denn für Bayern ist es von grundlegendem Interesse, dass die Exzellenz das oberste Prinzip bei der Vergabe von Fördermitteln für Forschungsprojekte ist. Das hervorragende Abschneiden bayerischer Wissenschaftler im europäischen Forschungswettbewerb zeigt, wie gut sich Bayern als attraktiver Standort für Spitzenforschung positioniert hat. Dieses Exzellenzklima muss aufrechterhalten werden", betont die CSU- Forschungsexpertin in Brüssel.
Die Kommission hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Forschungsförderung besser mit der Regionalpolitik abzustimmen. "Das wird nicht leicht werden, da bisher jedes Förderprogramm seine eigene Philosophie hatte, aber diesen Versuch sollten wir in jedem Fall unternehmen", so Niebler. Denn die Experten aus Brüssel gaben auch ein klares Signal an den privaten Sektor, zukünftig soll es für Unternehmen und Konzerne einfacher und interessanter sein, im Bereich Forschung und Innovationen Investitionen zu tätigen. Die maximale Bearbeitungszeit für Förderanträge will die Kommission auf 100 Tage deckeln. "Das ist vielleicht noch nicht Weltspitze, aber Anreiz genug für einfachere Antragsverfahren und eine breitere Beteiligung der Forschercommunity. Wir brauchen die Motivation der Spitzenforschung gerade in unserer technologiestarken Region mitten in Europa", sagte Angelika Niebler.
Europaparlament und Rat müssen sich nun über die Details des künftigen EU-Forschungsrahmenprogramms einigen. "Es wird ein hartes Ringen um die Förderkriterien und die Finanzausstattung. Die Richtung der künftigen EU-Forschungspolitik stimmt aber", so Niebler.