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Macht Haribo Kinder künftig nicht
mehr froh?
Das Europäische Parlament
wird in den kommenden Wochen über den Vorschlag der
Europäischen Kommission für eine Verordnung
über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben
bei Lebensmitteln beraten. Als Berichterstatterin im zuständigen
Industrieausschuss wird Angelika Niebler den Meinungsbildungsprozess
im Parlament vorantreiben.
Macht Haribo künftig nicht mehr froh? Dies befürchten
zumindest die Kritiker des Kommissionsvorschlags. Lebensmittelhersteller
verwenden eine Vielzahl peppiger Werbebotschaften, um
ihre Produkte zu verkaufen. Die Kommission befürchtet,
dass Sprüche wie "hält jung" oder
"gibt Schwung" den Normalverbraucher in die
Irre geführt, in dem er Lebensmitteln Wirkungen zuschreibt,
die in der Realität nicht vorhanden sind.
Der neue Ansatz ist verblüffend: Die Kommission will
ein umfassendes Verbot für nährwert- und gesundheitsbezogene
Angaben einführen. Dies hätte zur Folge, dass
Webebotschaften im Lebensmittelbereich, die nicht ausdrücklich
erlaubt und wissenschaftlich belegbar sind, nicht verwendet
werden dürfen. Detailliert schlägt die Kommission
vor, unter welchen Bedingungen Angaben wie "fettarm"
oder "ballaststoffreich" verwendet werden dürfen.
Ferner möchte die Kommission Werbung für Lebensmittel
nur in Abhängigkeit von deren Nährwertprofil
zulassen. So werden bestimmte Bonbons mit positiven Attributen
wie "fettarm" oder "vitaminhaltig"
beworben, obwohl sie zu 90% aus Zucker bestehen, wodurch
die Gefahr einer Fehlernährung besteht.
Die Kritik am Vorstoß der Kommission ist nicht von
der Hand zu weisen. Auch wenn die gesundheitspolitischen
Zielsetzungen der Kommission Unterstützung verdienen,
krankt der Vorschlag vor allem daran, dass er sich durch
Dirigismus auszeichnet. Unternehmen, die trotz bereits
bestehender Auflagen auf nationaler und europäischer
Ebene in der Begleitwerbung nicht auf gesundheitsbezogene
Angaben verzichten wollen, werden unnötig in ein
aufwendiges europäisches Zulassungsverfahren gejagt.
Der Schutz der Gesundheit ist wichtig. Die ständig
wachsende Zahl übergewichtiger Menschen ist Ausdruck
falscher Trink- und Essgewohnheiten mit denen enorme Folgekosten
für unsere Volkswirtschaften verbunden sind. Die
Regulierung der Werbebotschaften wird dieses Phänomen
leider nicht verhindern. Auch eine Unterteilung in gute
und schlechte Lebensmittel widerspricht dem Gedanken einer
ausgewogenen Ernährung. Bedenklich ist letztlich
der gezielte Angriff auf die Werbefreiheit. Werbung lebt
von Kreativität. Diese Kreativität sollte nicht
durch ein Minenfeld von Vorschriften und genau reglementierten
Werbeslogans geschickt werden.
Den Text des Kommissionsvorschlages
finden Sie unter:
http://europa.eu.int/eur-lex/de/com/pdf/2003/com2003_0424de01.pdf
Die Presseerklärung
der Europäischen Kommission ist unter folgender Adresse
abrufbar:
http://europa.eu.int/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/03/1022&format=HTML&aged=
1&language=DE&guiLanguage=en
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