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Abtreibung ist kein Thema für das
Europäische Parlament
Was unter der Bezeichnung
"women on waves" derzeit in Europa Wellen schlägt,
ist leider kein neu entwickelter Wellnesstrend. Mit diesem
Namen verbindet sich vielmehr das ebenso schwierige wie
kontroverse Thema "Abtreibung".
Denn "women on waves ist eine in den Niederlanden
ansässige Frauenorganisation, die sich vehement für
ein Recht auf Abtreibung einsetzt und Schwangerschaftsabbrüche
auf einem umgebauten Schiff ermöglicht. Für
die Aktivistinnen der Organisation ist Provokation Programm.
So legte das Schiff in den vergangenen Monaten bereits
an den Küsten von Irland und Polen an: beide Länder
sind katholisch undverfügen über eine sehr rigide
Abtreibungsregelung.
In den Gewässern vor Portugal ist es jetzt zum Eklat
gekommen. Portugal ist das EU-Land mit dem strengsten
Abtreibungsrecht. Schwangerschaftsabbrüche sind nur
in einem sehr engen rechtlichen Rahmen erlaubt.
Als die schwimmende Abtreibungsklinik von women
on Waves' an der portugiesischen Küste landen wollte,
wurde es auf Geheiß der Regierung in Lissabon von
Patrouillenbooten daran gehindert, so dass es jetzt gezwungen
war, in internationale Gewässer abzudrehen.
Die Sozialisten und Grünen im Europäischen Parlament
sehen jetzt in diesem Vorgang einen Anlaß, mit einer
mündlichen Anfrage an die EU-Kommission das Thema
"Abtreibung" auf die europäische Agenda
zu bringen. Fragt sich nur, zu welchem Zweck?
Hier geht es um einen Konflikt, aber nicht um ein EU-Thema.
Zumal eine einheitliche Regelung auf europäischer
Ebene völlig undenkbar wäre.
Die meisten von uns haben die zermürbenden Debatten
zum Thema Abtreibung in Deutschland noch vor Augen. Was
soll eine Europäisierung' hier bringen? Die
Argumente und Standpunkte sind weitgehend ausgetauscht,
der Gewissenskonflikt bleibt. Was wir wirklich brauchen,
ist eine leidenschaftliche Debatte darüber, mit welchen
Mitteln wir Familien stärken können und Frauen
hierdurch ermutigen, auf Abtreibungen zu verzichten und
ihre Kinder zu bekommen. Das Thema "Abtreibung"
gehört nicht auf die Tagesordnung des Europäischen
Parlaments.
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