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WTO-Verhandlungen in Hongkong
Ein fairer und offener
Welthandel ist das übergeordnete Ziel auch der jetzt
begonnenen Verhandlungen der Welthandelsorganisation WTO
in Hongkong. Wie weit sich dabei jedoch die Märkte
öffnen sollen, war schon immer und ist auch in dieser
Runde Streitpunkt.
Im Fokus stehen hierbei die EU-Agrarsubventionen und
Importzölle, die von anderen WTO-Mitgliedsstaaten
als Wettbewerbsbeschränkung kritisiert werden.
Die EU steht unter Druck, ihre Agrarmärkte weiter
für den Welthandel zu öffnen. Aber auch die
USA, deren Agrarmärkte ebenfalls hochsubventioniert
sind, stehen in der Kritik. Aus Sicht insbesondere der
Schwellenländer müssen die Industrieländer
ihre Subventionen in diesem Bereich stärker als angeboten
kürzen.
Die EU hat bereits im Vorfeld der WTO-Runde mit ihrer
Agrarreform und der jüngsten Reform des Zuckermarktes,
mit der die Zuckermärkte in Europa graduell geöffnet
werden, den Willen für eine weitere Öffnung
seiner Märkte gezeigt. Vergleichbare Schritte der
USA wären fällig und auch Länder wie Brasilien
und Indien müssen sich bewegen.
Die Hongkonger Tagung sollte ursprünglich neuen
Rahmenvereinbarungen zum Wegfall von Handelsschranken
den Weg ebnen. Diese sind jedoch im Streit um Agrarsubventionen
und Zölle auf Industriegüter bis auf weiteres
blockiert.
Dabei ist es vor allem auch für die europäischen
Länder wichtig, im Bereich der Dienstleistungen eine
Marktöffnung zu erreichen. Gerade für Deutschland
würden sich durch eine Lockerung der Marktbarrieren,
nicht nur im Agrarsektor neue Exportchancen erschließen.
Zu Sozialdumping in Europa darf es hierdurch aber auch
dann nicht kommen.
Als größte Staatengruppe in den andauernden
Verhandlungen tut die EU gut daran, ihr Gewicht durch
ein geschlossenes Auftreten und eine gemeinsame Position
in die Waagschale zu werfen. Das würde die Aussicht
auf einen Kompromiss bis zum geplanten Ende der Hongkong-Runde
am 18. Dezember zweifelsfrei verbessern.
Mehr Informationen zur WTO gibt es auf der offiziellen
Internetseite:
http://www.wto.org
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