|
EU-Kommission will gegen überhöhte Roaming-Gebühren vorgehen
Überhöhte Gebühren
bei Handy-Gesprächen im Ausland sollen nach dem Willen
der EU-Kommission künftig unterbunden werden. Medienkommissarin
Vivianne Reding legte in dieser Woche den Entwurf für
eine entsprechende Verordnung vor. Für diesen Schritt
signalisiert Angelika Niebler größtes Verständnis:
"Die Roaming-Zuschläge, also die Gebühren
für die Nutzung fremder Netze, entsprechen in keiner
Weise mehr den realen Kosten. Die Politik muss jetzt handeln.
Das Vorgehen der Kommission ist ein wichtiges Signal."
Die zwischen den Netzbetreibern verrechneten gegenseitigen
Entgelte für die Fremdnutzung sind in den vergangenen
Jahren gesunken. "Dennoch zahlt der Verbraucher immer
noch die gleichen horrenden Preise", so die CSU-Europaabgeordnete.
Angelika Niebler unterstützt die Pläne von
Kommissarin Reding: "Die Unternehmen bewegen sich
allenfalls im Schneckentempo. Dann muss eben die Politik
eingreifen. Ich neige dem Vorhaben zu, mit einer Verordnung
den Unterschied zwischen Inlands- und Auslands-Roaming
aufzuheben. Technisch ist es ohnehin derselbe Vorgang.
Die entsprechende EU-Verordnung zu Banküberweisungen
könnte als Vorbild dienen."
Die Kommission schlägt vor, die bei angenommenen
Gesprächen im Ausland anfallenden Gebühren ganz
abzuschaffen. Bei Reisen ins EU-Ausland soll für
selbst getätigte Anrufe die "Heimatbepreisung"
gelten. Das heißt, dass der Kunde im Ausland immer
dieselben Tarife zahlen soll, die sein Netzbetreiber für
Gespräche "zu Hause" in Rechnung stellt.
Die Zuschläge für die Weiterleitung von Anrufen
in fremden Netzen sind sehr unterschiedlich. Für
ein Vier-Minuten-Gespräch bezahlt ein Malteser in
Estland bis zu 13,08 Euro, während ein britischer
Mobilfunkkunde in Slowenien für vergleichsweise günstige
3,45 Euro telefonieren kann. Deutsche Handy-Nutzer bezahlen
in Frankreich bis zu 5,12 Euro für vier Minuten.
In Griechenland gibt es das gleiche Gespräch für
3,48 Euro. Ein Mobilfunkkunde aus Irland bezahlt in Finnland
im günstigsten Fall 1,92 Euro, während er in
Malta bis zu 9,20 Euro berappen muss.
Kommentare zum Papier der Kommission können bis
28. April bei der Kommission eingereicht werden. Der Verordnungsentwurf
könnte dann im Juni von der Kommission angenommen
werden. Danach beraten Parlament und Rat das Dossier.
Eine Übersicht mit Beispielen zu Roaming-Gebühren
in der EU finden Sie auf der Website der Kommission unter
http://europa.eu.int/information_society/activities/roaming/tariffs/index_en.htm
|