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Kommunalkongress in Nördlingen: "Europa ja, aber nur mit starken Gemeinden"
Unter dem Titel "Europa
ja, aber nur mit starken Gemeinden" wurde in Nördlingen
im Landkreis Donau-Ries auf einem kommunalpolitischen
Kongress des Bayerischen Gemeindetages, des Gemeindetages
Baden-Württemberg und des Deutschen Städte-
und Gemeindebundes über den beträchtlichen Einfluss
der europäischen Gesetzgebung auf die Arbeit der
Kommunen in Deutschland diskutiert.
Schwerpunkt der Veranstaltung waren die Auswirkungen
des neuen europäischen Vergaberechts auf die Gemeinden.
Um Unternehmen aus ganz Europa den Zugang zu öffentlichen
Aufträgen zu erleichtern, wurden einheitliche Regelungen
oberhalb bestimmter Schwellenwerte geschaffen, die zur
Zeit in deutsches Recht umgesetzt werden.
Besondere Brisanz haben daher Urteile des Europäischen
Gerichtshofs, die auch unterhalb der Schwellenwerte bestimmte
Transparenzkriterien fordern. Dies würde in der Praxis
mehr administrativen Aufwand bedeuten.
Die Kommunalpolitiker befürchten zudem, dass durch
diese Entwicklungen auch der Gestaltungsspielraum für
die interkommunale Zusammenarbeit, wie etwa Zweckverbände,
beschränkt wird. Kommunen könnten nicht mehr
ohne Weiteres Aufträge an Zweckverbände delegieren.
Angelika Niebler hob hervor, dass insbesondere das Europäische
Parlament ein Verbündeter der Kommunen sei. So seien
viele Abgeordnete wie sie selbst in kommunalen Strukturen
verwurzelt.
"Dies gilt auch für
die Zukunft", betonte Angelika Niebler. "Das
Parlament ist Mitgesetzgeber und kann dadurch wichtige
Weichen stellen und auch Fehler korrigieren, die durch
Vorschläge der Kommission oder die Rechtsprechung
des EuGH entstanden sind."
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