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Reformdruck auf Bulgarien und Rumänien muss aufrechterhalten werden
Mit dem Vorhaben, ihre
Empfehlung zum EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien
bereits am 16. Mai abzugeben und die Entscheidung der
EU-Staats- und Regierungschefs im Juni herbeizuführen,
übereilt die EU-Kommission ein Verfahren, das Zeit
bräuchte.
Die endgültige Empfehlung der Kommission über
den Zeitpunkt des EU-Beitritts sollte erst im Herbst erfolgen.
Die Kommission hätte dann genügend Zeit, die
Faktenlage über den Sommer zusammentragen und ihre
Empfehlung im Rahmen der üblichen Fortschrittsberichte
auszusprechen. Dann könnte vernünftigerweise
im Herbst das "Abschlusszeugnis" ausgestellt
und entschieden werden, ob der Beitritt der beiden Länder
zum 1. Januar 2007 oder ein Jahr später erfolgen
kann. Dies ist umso mehr erforderlich, als der Erweiterungskommissar
Olli Rehn kürzlich vor dem Europäischen Parlament
darlegte, dass in beiden Ländern noch zu wenig gegen
die Korruption unternommen worden und damit nach derzeitiger
Bewertung die "Versetzung" gefährdet sei.
Zwar hat insbesondere die neue rumänische Regierung
in jüngster Zeit in anderen Bereichen wie dem Aufbau
ihrer Verwaltung erhebliche Reformfortschritte erzielen
können: "Entscheidend bleibt aber in beiden
Ländern nicht nur die Einleitung der notwendigen
Reformen, sondern deren tatsächliche Umsetzung",
so die oberbayerische Europaabgeordnete Angelika Niebler.
In den Beitrittsverträgen mit beiden Ländern
sind Sicherheitsklauseln vorgesehen, nach denen der Beitritt
um ein Jahr verschoben werden kann. Auch ist eine nachträgliche
Aussetzung einzelner Beitrittskapitel bei Defiziten noch
bis zu drei Jahre nach einem Beitritt zum 1. Januar 2007
oder 2008 möglich.
"Natürlich kann die EU-Kommission diese Sicherheitsklauseln
unabhängig davon auslösen, welches Beitrittsdatum
sie am 16. Mai endgültig empfiehlt. Zur Unterstützung
des Reformprozesses stellt sich aber die Frage, ob eine
Verschiebung dieser Empfehlung auf den Herbst des Jahres
nicht der bessere Weg ist, auch im Interesse der beiden
Beitrittskandidaten selbst", betonte Niebler weiter.
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