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Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Europäischen Parlament
Europa braucht mehr Investitionen
in die Grundlagenforschung. Dies war die übereinstimmende
Meinung hochrangiger Experten bei einem informellen Treffen
des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments,
das kürzlich in Straßburg stattfand. Anlass
des Treffens ist die geplante Gründung eines Europäischen
Forschungsrates, der nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) speziell die Grundlagenforschung in der EU fördern
soll.
Viele bahnbrechende Erfindungen wie die Lasertechnologie
oder der Röntgenapparat beruhen auf Erkenntnissen,
die bei der Grundlagenforschung gewonnen wurden, unterstrich
die oberbayerische Europaabgeordnete Angelika Niebler,
die als Berichterstatterin des Europäischen Parlaments
das Gesetzgebungsverfahren betreut. Europa hat im Vergleich
zu seinen Konkurrenten einen deutlichen Nachholbedarf:
"Der Europäische Forschungsrat kann hier neue
Maßstäbe setzen und die Qualität des Wissenschaftsstandorts
Europa beträchtlich erhöhen", so die Parlamentarierin.
Als Experten waren auf Initiative von Angelika Niebler
der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG), Prof. Ernst-Ludwig Winnacker, und der Vorsitzende
des designierten Wissenschaftlichen Beirates des Europäischen
Forschungsrates, Prof. Fotis Kafatos, zu einem Meinungsaustausch
eingeladen worden. Beide Experten zeigten sich vom nachhaltigen
Erfolg des EFR überzeugt.
Aus Sicht von Prof. Fotis Kafatos kann die Bedeutung
des Forschungsrats für den Wissenschaftsstandort
Europa nicht hoch genug geschätzt werden. Daher sprach
er sich nachdrücklich für eine baldige Aufnahme
der Arbeit aus.
DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker, dessen Organisation
nach ähnlichen Grundsätzen wie der Forschungsrat
funktioniert, schlug für einen möglichst raschen
Start vor, dass eine Agentur der Europäischen Kommission
zunächst für die anfallenden administrativen
Aufgaben zuständig sein soll. Diese Struktur sollte
dann nach einem Übergangszeitraum eingehend bewertet
werden. Ziel müsse sein, die Autonomie der Wissenschaftler
und ein großes Maß von Transparenz zu gewährleisten.
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