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Europaparlament für starke EU-Forschungsförderung
Das EU-Forschungsrahmenprogramm
bekommt künftig neue Akzente. Das Europäische
Parlament billigte in erster Lesung das so genannte Siebte
Forschungsrahmenprogramm (FRP), das die Grundlagen der
europäischen Forschungspolitik von 2007 bis 2013
festschreibt. Die wesentliche Neuerung des künftigen
FRP ist die baldige Errichtung des Europäischen Forschungsrates
(EFR), der nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft
gezielt die Grundlagenforschung in der EU unterstützen
soll. "Das ist eine neue Komponente, die die Spitzenforschung
in Europa voranbringt. Innovative Sprünge wie MP3-Player,
Lasertechnik oder Röntgengeräte kamen immer
aus der Spitzenforschung", sagte die CSU-Europaabgeordnete
Angelika Niebler.
Um einen schnellen Start zu ermöglichen, wird der
Forschungsrat zunächst seine Arbeit als Exekutivagentur
der Europäischen Kommission aufnehmen. Bis 2008 sollen
die Praxiserfahrungen einer unabhängigen Bewertung
unterworfen werden. Danach wird eine endgültige Struktur
festgelegt, die eine weitgehende Autonomie des Forschungsrates
garantiert.
Das Parlament möchte größtmögliche
Transparenz der Arbeit des EFR, der im Durchschnitt über
eine Milliarde Euro jährlich verfügen soll.
Die Amtszeit der Wissenschaftler wurde begrenzt sowie
die Verwaltungsausgaben auf drei Prozent des Budgets eingefroren.
Ferner soll ein Gremium geschaffen werden, das einen institutionellen
Kontakt zwischen Forschungsrat, EU-Institutionen und der
Wissenschaft sicherstellt.
Strittig war die Frage, ob auch die Forschung an embryonalen
Stammzellen mit EU-Mitteln gefördert werden kann.
In den meisten Mitgliedstaaten, so auch in Deutschland,
ist dies verboten. Das Parlament votierte nun mit knapper
Mehrheit für die Möglichkeit der Verwendung
von EU-Mitteln für die Embryonenforschung. "Ich
bin enttäuscht und favorisiere nach wie vor die Stichtagsregelung.
Eine endgültige Entscheidung über die ethischen
Grenzen der Forschungsförderung müssen nun Parlament
und die Mitgliedsstaaten gemeinsam treffen", so der
Kommentar von Angelika Niebler.
Insgesamt stehen für das Siebte Forschungsrahmenprogramm
in den Jahren 2007 bis 2013 rund 54 Milliarden Euro zur
Verfügung. Nun werden sich die Mitgliedsstaaten mit
dem Dossier befassen. Parlament und Mitgliedsstaaten müssen
sich einigen und stehen dabei unter Zeitdruck. Wenn die
Programme pünktlich zu Jahresbeginn 2007 anlaufen
sollen, muss das EU-Forschungsrahmenprogramm spätestens
im Herbst verabschiedet sein. "Das Votum im Juni-Plenum
des Parlaments ist eine ausgezeichnete Grundlage, die
auch bei den Mitgliedsstaaten mehrheitsfähig sein
müsste", sagte die CSU-Europaabgeordnete.
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