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Direkter Draht nach Brüssel - Europaabgeordnete Angelika Niebler spricht mit Schülern des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt per Videokonferenz

Per Videokonferenz haben sich Schüler des Katharinen-Gymnasiums in Ingolstadt kürzlich zur oberbayerischen Europaabgeordneten Angelika Niebler nach Brüssel geschaltet. 19 Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe diskutierten mit der Europaabgeordneten über die Neufassung der EU-Fernsehrichtlinie, die derzeit im Europäischen Parlament beraten wird. An der Diskussion nahm ferner Jan Wiesner, Referent des ARD-Verbindungsbüros in Brüssel teil. Das Projekt kam auf Initiative des Schuldirektors Dr. Reinhard Kammermayer zustande.

"Die Schüler waren glänzend vorbereitet und hatten das Thema gründlich recherchiert, so dass wir ein inhaltlich sehr fundiertes Gespräch führen konnten", kommentierte Angelika Niebler das Gespräch. "Die Premiere ist gelungen. Ich bin mir sicher, dass dieses Pilotprojekt weitere Diskussionen per Video nach sich ziehen wird."

Ziel der neuen Fernsehrichtlinie ist es, europaweit gleiche Rahmenbedingungen für die Anbieter von Fernsehprogrammen zu setzen, die unabhängig vom Übertragungsweg gelten sollen.

Damit reagiert die Europäische Union auf eine rasante technische Entwicklung, die heute problemlos Fernsehen über Handy oder Internet ermöglicht. Experten erwarten sich dadurch eine grundlegende Veränderung unserer Sehgewohnheiten.

Zwei Aspekte der Richtlinie fanden das besondere Interesse der Schüler. So sollen Verbraucher- und Jugendschutzbestimmungen auf die im Internet frei empfangbaren Sendungen ausgedehnt werden. Ferner plant die Kommission die geltenden Beschränkungen bei der Produktplatzierung (dem so genannten "Product Placement") etwa für europäische Spielfilme und Fernsehserien zu lockern.

Besonders beim "Product Placement" waren sich die Jugendlichen schnell mit Angelika Niebler einig: "Wir können es nicht zulassen, dass die Interessen der Werbewirtschaft wichtiger genommen werden als der Schutz der Zuschauer. Verbraucherschutz muss ganz oben stehen. Dazu gehört auch, dass der Zuschauer weiß, wann er beworben und wann er informiert wird." erklärte Angelika Niebler während des Gesprächs mit den Schülern.

Kritisch griffen die Schüler hingegen die Pläne der Europäischen Kommission auf, die Bürger durch einen eigenen TV-Kanal gezielt und aktuell über europäische Themen zu informieren. Die CSU-Europaabgeordnete unterstützt diese Kritik: "Ein eigener Sender der Europäischen Kommission mit redaktionellen Beiträgen ist kritisch zu sehen, da hier die journalistische Objektivität leicht in Zweifel gezogen werden könnte." Für sinnvoll hielt Angelika Niebler aber den Web-TV-Kanal für "live"-Übertragungen von Anhörungen und Ausschusssitzungen. "So können wir einen Betrag leisten, um endlich eine europäische Öffentlichkeit herzustellen", so Niebler.

Abschließend zogen alle Beteiligten ein positives Fazit der Veranstaltung. Man war sich einig: Es wird eine Fortsetzung geben.