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Barroso zieht Vorschlag für Europäische
Kommission zurück - Das Europäische Parlament zeigt Stärke
und Macht
Der designierte Kommissionspräsident
Barroso hat kurz vor der entscheidenden Abstimmung Ende
Oktober seinen Vorschlag für die Besetzung der neuen
Europäischen Kommission zurückgezogen und muss
jetzt mit den Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten
über das Personaltableau erneut verhandeln.
Diese Entwicklung lässt
Spielraum für neue Lösungen. Kandidaten und
Portfolios müssen nun neu überdacht werden.
Vor allem sind die Mitgliedsstaaten jetzt gefordert, aufgrund
der neuen Situation dem künftigen Kommissionspräsidenten
wiederum Personalvorschläge zu unterbreiten. Es ist
zu erwarten, dass aus den Mitgliedsstaaten auch neue Namen
ins Gespräch gebracht würden, beispielsweise
aus Lettland, wo sich bei den jüngsten Wahlen ein
Regierungswechsel vollzogen hatte.
Außerdem besteht
die Möglichkeit, die Nominierung von Kandidaten,
die bei der Anhörung fachlich nicht überzeugen
konnten, zu überdenken. Dies gilt u. a. für
den ungarischen Vorschlag Laszlo Kovacs, der unbedingt
auf den Prüfstand muss. Es ist kaum vorstellbar und
auch nicht wünschenswert, dass Kovacs erneut für
das Ressort des Energiekommissars vorgeschlagen wird.
Mit dem Entschluß,
den Vorschlag für sein künftiges Team zurückzuziehen,
hat der designierte Kommissionspräsident eine weitere
Konfrontation mit dem Europäischen Parlament und
damit letztlich eine Schwächung der Kommission verhindert.
Es spricht für ihn, dass er die drohende institutionelle
Krise abgewendet hat. Das wäre auch das Letzte gewesen,
was Europa in dieser schwierigen Phase gebrauchen könnte.
Für das Europäische
Parlament bedeutet die Entscheidung Barrosos eine außerordentliche
Bestätigung. Es geht absolut gestärkt aus dieser
Situation hervor. Das Parlament hat seine Macht unter
Beweis gestellt. Jetzt kommt es darauf an, mit dieser
Verantwortung bei der Entscheidung über die neue
Kommission sorgsam umzugehen.
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