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Europaparlament verabschiedet Deckelung der Handy-Tarife / Neue Gebührenmodelle noch in der Sommerpause

Gute Nachrichten für Europas Verbraucher und ein Etappensieg für alle, die sich für mehr Bürgernähe der EU einsetzen: Mobilfunkgespräche im Ausland (Roaming) werden noch in der Sommerpause günstiger. Das Europäische Parlament verabschiedete hierzu eine neue EU-Verordnung, der gestern auch die Mitgliedstaaten der EU zustimmten.

Mobilfunkbetreiber werden erstmals gesetzlich zu niedrigeren Gesprächspreisen verpflichtet. "Damit wird das Telefonieren im Ausland transparenter und günstiger. Erfreulich ist, dass wir bereits während der Beratungen enorme Bewegung in den Markt gebracht haben", sagte die Vorsitzende des federführenden Industrieausschusses des Europäischen Parlaments, Angelika Niebler (CSU).

In Kürze wird ein verpflichtender so genannter Euro-Tarif zum Standard, der in allen 27 EU-Staaten gilt und eine Obergrenze für die Minutenpreise festlegt. Diese Obergrenze ist über drei Jahre gestaffelt: Wer dann innerhalb der EU mit seinem Handy telefoniert, zahlt im ersten Jahr höchstens 49 Cent, In den folgenden beiden Jahren sinkt der Minutenpreis zunächst auf 46 Cent, dann auf 43 Cent. Für im Ausland angenommene Anrufe liegen die Obergrenzen im ersten Jahr bei 24 Cent, dann bei 22 Cent und schließlich bei 19 Cent.

Die Großhandelspreise zwischen den Netzbetreibern sind auf maximal 30 Cent, 28 Cent beziehungsweise 26 Cent pro Minute limitiert.

Der neue Euro-Tarif muss bereits vier Wochen nach Inkrafttreten der Verordnung allen Mobilfunkkunden angeboten werden. Die Regelungen beim Großhandel und den Transparenzerfordernissen gelten nach zwei Monaten. Die Laufzeit der EU-Regelung ist auf drei Jahre begrenzt.

Ende soll die Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden. "Noch in der Sommerpause müssten die Nutzer in den Genuss der neuen Tarife kommen", so die Prognose der Vorsitzenden des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments.