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Brussels goes Munich - Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments besucht München

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments zum Anlass für eine Delegationsreise nach Deutschland genommen. Insgesamt besuchten acht Abgeordnete jetzt München und Berlin.

Der "technologische Schwerpunkt" der Reise lag dabei in Bayern. Auf dem Programm stand unter anderem der Besuch des renommierten Max-Planck Instituts für Plasmaphysik. In Garching werden - auch mit EU-Forschungsgeldern - wichtige Vorarbeiten im Bereich Materialforschung für den geplanten ITER-Fusionsreaktor geleistet. Langfristiges Ziel ist, durch die Fusion von Wasserstoffkernen CO2-freie Energie in fast unbegrenzter Menge herzustellen.

Im BMW-Hochhaus in München nahm Gastgeber Stefan Kraus, Finanzvorstand von BMW, zu aktuellen europäischen Gesetzesvorhaben zur Energie- und Klimapolitik aus der Sicht eines bayerischen Autobauers Stellung. So zeigte er unter anderem auf, welche Auswirkungen zu strenge Auflagen für CO2-Emissionen bei Kfz auf einen "Premium"-Anbieter wie BMW haben werden.

Im Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie in Martinsried stellten Vertreter der Firma bio-m die besondere Cluster-Struktur von Martinsried vor. Hier arbeiten mittlerweile über 10.000 Mitarbeiter in mehr als 180 Life Science-Unternehmen. Zwei Drittel der Firmen sind dabei kleine und mittlere Biotechnologie-Unternehmen, die hoch-innovative Produkte herstellen. Damit zählt München europaweit zur Spitze in der Biotechnologieforschung.

"Da in Deutschland und Europa vor Allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen den Innovationsmotor der Wirtschaft darstellen, haben wir uns bei dem neu aufgelegten EU-Programm zur Forschungsförderung u.a. zum Ziel gesetzt, dass kleinere Unternehmen leichter Fördergelder der Europäischen Union beantragen und erhalten können", betonte Angelika Niebler, die als Ausschussvorsitzende die Informationsreise initiierte hatte.

Schwerpunkte der Diskussionen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen war vor allem das Europäische Satelliten-Navigationsprojekt "Galileo", dessen Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen stationiert sein soll. Die Technologie des ambitionierten europäischen Projekts Galileo soll dabei genauere und zuverlässigere Daten liefern als das US-amerikanische "Global Positioning System" (GPS). Da die Finanzierung des Projekts momentan durch die freie Wirtschaft nicht ausreichend unterstützt wird, haben die DLR Vertreter an die Europaabgeordneten appelliert, eine staatliche Finanzierung des Projektes vorzusehen, damit Galileo aufgebaut werden kann und Europa mit einem eigenen System neben dem System der Amerikaner, der Russen und künftig der Chinesen vertreten ist.