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Qualifikationsstandards gegen Bildungschaos

Bildungs- und Berufsabschlüsse sollen in der EU vergleichbar werden. Das Europäische Parlament hat in erster Lesung einem Kompromiss über entsprechende Qualifikationsstandards zugestimmt, den es mit den 27 EU-Mitgliedsstaaten erzielt hatte. Danach soll ab 2012 auf allen Zeugnissen oder anderen Qualifikationsbelegen innerhalb der EU vermerkt sein, welchem der acht festgelegten Referenzniveaus ein Abschluss zuzuordnen ist.

Kern dieser neuen Regelung ist der europäische Qualifikationsrahmen. Er gibt den EU-Mitgliedstaaten Standards vor, mit denen sich die in ihrem Land üblichen Abschlüsse an Schulen, Hochschulen und in der praktischen Ausbildung in das achtstufiges Raster einordnen lassen. Die Einordnung in dieses Raster bedeute keine Harmonisierung der Abschlüsse. Dies sei weder gewollt noch geplant, so die oberbayerische Abgeordnete Angelika Niebler: Denn die Ausgestaltung der nationalen Bildungssysteme werde nach wie vor den einzelnen Ländern selbst überlassen.

Die anfänglichen Befürchtungen gegen den Qualifikationsrahmen, die duale Ausbildung in Deutschland und insbesondere der Meisterbrief würde nicht angemessen berücksichtigt werden, haben sich nicht bestätigt. Die Bundesregierung kann nun selber entscheiden, ob sie den Meisterbrief im nationalen Qualifikationsrahmen auf der gleichen Stufe wie zum Beispiel den dreijährigen Bachelorabschluss an Hochschulen stellen will. "Für Deutschland sind Vorteile mit dieser neuen Regelung zu erwarten", so Angelika Niebler. "Denn mit unserer Top-Ausbildung sowohl in den Betrieben wie auch in der Schule stehen wir im europäischen Vergleich besonders gut da."

Die im Rat versammelten 27 EU-Mitgliedstaaten müssen dem Qualifikationsrahmen nun noch formal zustimmen.