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Deutsche Forscherinnen in Brüssel
Forscherinnen von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland besuchten Mitte Oktober Brüssel. Die Informationsfahrt war von der "Kontaktstelle für Frauen in der EU-Forschung" organisiert, die Wissenschaftlerinnen bei der Bewerbung um EU-Forschungsmittel beraten soll.
Ziel des Besuchs in Brüssel war es, sich über das laufende 7. Forschungsrahmenprogramm, das die Leitlinien der europäischen Forschungsförderung bis 2013 festlegt, vor Ort in Brüssel zu informieren. Schwerpunkt war dabei, speziell die EU- Forschungsförderung zu Gunsten weiblicher Wissenschaftlerinnen unter die Lupe zu nehmen. Denn der Anteil der Frauen, die studieren, hat zwar zugenommen, die Anzahl weiblicher Forscher in Spitzenpositionen bleibt aber noch hinter den Erwartungen zurück. Zudem fehlen heute in der EU insgesamt Nachwuchswissenschaftler.
Das Potential der Frauen brachliegen zu lassen, kann sich Europa nicht leisten. Um Abhilfe zu schaffen, wurden im 7. Forschungsrahmenprogramm Maßnahmen vorgesehen, von denen weibliche Forscher profitieren sollen. Hierüber informierten sich die jungen Wissenschaftlerinnen sowohl bei der Europäischen Kommission wie auch im Europäischen Parlament.
In ihrem Gespräch mit den Forscherinnen zeigte Angelika Niebler an einzelnen Beispielen auf, wie sich das Parlament für eine verstärkte Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen eingesetzt hat. Ferner gab sie aus erster Hand einen Einblick in die Arbeit des Parlaments und seine Mitwirkung bei der europäischen Forschungspolitik.
In der anschließenden Diskussionsrunde zeigte sich, dass neben der Schwierigkeit, in einem männerdominierten Feld Beruf und Familie zu vereinbaren, die Wissenschaftlerinnen auch weniger Chancen haben, Lehrstühle oder andere qualifizierte Positionen mit Frauen zu besetzen.
Niebler wies darauf hin, dass es keine Musterlösung gäbe, um mehr Frauen in leitenden Positionen zu etablieren. Eine Quote wäre der falsche Weg. Allerdings unterstrich sie, dass nach ihren Erfahrungen Frauen im Gegensatz zu den männlichen Kollegen bei den Bewerbungsverfahren eher an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Hier sei mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein angebracht und zielführend. |