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Global Energy Conference - Michael Gorbatschow und Kofi Annan zu Gast im Europäischen Parlament

"Eine Steigerung der Energieeffizienz ist eines der wirksamsten Mittel zur Senkung der Treibhausgasemissionen", sagte die Vorsitzende des Energie- und Industrieausschusses des Europäischen Parlaments, Angelika Niebler, anlässlich der Eröffnung der Global Energy Conference am Dienstag im Europäischen Parlament. Zu der gemeinsam mit der Energy Globe Foundation organisierten Konferenz zum Thema Energieeffizienz begrüßte sie als Gastredner den ehemaligen UNO-Generalsekretär, Kofi Annan, den ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion, Michael Gorbatschow, und den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering.

"Die Herausforderung ist ganz klar. Wir müssen mit denselben Ressourcen, die uns derzeit zur Verfügung stehen, mehr erreichen. Die neuen Rekordmarken beim Ölpreis dürften auch die letzten Zweifler überzeugt haben", so die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler. Um die Energiewende in der Welt zu erreichen, habe die Europäische Union bereits erste wichtige Schritte getan. So stelle beispielsweise das 7. Forschungsrahmenprogramm insgesamt 2,4 Milliarden Euro für die Energieforschung zur Verfügung.

Auch das Europäische Parlament scheut weder Mühe noch Kosten, um als Vorbild auf dem Gebiet der Energieeffizenz voranzugehen. Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, erklärte, dass das Parlamentsgebäude in Brüssel seine Energieversorgung zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen speise. "Genau dies entspricht der Grundüberlegung, dass wir der Herausforderung des Klimawandels nur gemeinsam begegnen können und dass die gegenseitige Bereicherung mit funktionierenden Ideen dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann", so Pöttering weiter.

Dass die Welt bereit ist, sich der Herausforderung Klima- und Umweltschutz zu stellen, machten Michael Gorbatschow und Kofi Annan deutlich. Gorbatschow, der am Abend zuvor im Europäischen Parlament für sein Lebenswerk mit dem Energy Globe ausgezeichnet worden war, sprach darüber, was Umweltschutz für jeden von uns bedeutet. "Die wichtigsten Probleme unserer Zeit sind alle eng mit der Ökologie verknüpft - seien es Armut, Luft- und Wasserqualität, unhygienische Verhältnisse oder niedrige Produktivität der Landwirtschaft", so Gorbatschow. Er forderte die Welt dazu auf, gemeinsam gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung zu kämpfen: "Wir müssen verstehen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und rudern müssen, sonst rudern die einen und die anderen schütten Wasser ins Boot und andere schlagen Löcher in den Rumpf. In so einer Welt gewinnt niemand."

Auch Annan machte sich für ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen Klimawandel stark. "Klimawandel ist eine Bedrohung für Inselstaaten und auch Länder, denen Dürreperioden drohen, ganz besonders aber auch für unsere Gesundheit und unsere Trinkwasservorräte. Dem Klimawandel können wir nur auf globaler Ebene begegnen, dazu müssen wir Ökonomie und Ökologie vereinen. Alle müssen mitziehen: Regierungen, der Privatsektor und auch Einzelpersonen", forderte Annan.

Im Anschluss an die Diskussion wurden in der gemeinsamen Konferenz des Europäischen Parlaments und der Energy Globe Foundation beispielhafte Energieeffizienz-Projekte aus Asien, Afrika, Amerika, Europa und Australien vorgestellt. " Um unseren Energiehunger zu stillen, müssen wir Technologien entwickeln, mit denen wir unseren Lebensstandard erhalten und gleichzeitig unsere Ressourcen schonen können", kommentierte Niebler. "Europa scheut sich nicht, dabei eine Vorreiterrolle zu übernehmen - aber alleine können wir es nicht schaffen."

Entscheidend ist die weltweite Deckung des Energiebedarfs. "Nur wenn Länder mit hohem Energiebedarf wie die USA oder solche mit stark wachsendem Energiehunger, wie China und Indien, mitziehen, können wir die weltweite Energiewende schaffen", sagte die Vorsitzende des Energie- und Industrieausschusses des Europaparlaments abschließend.