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Zu Besuch im Berchtesgadener Land - Fachgespräch über umstrittenen Brückenbau über die Salzach
In einem Fachgespräch informierte sich Angelika Niebler am 30. Juni 2008 auf Einladung von Landrat Georg Grabner in Laufen im Landkreis Berchtesgadener Land über den Bau einer neuen Brücke über die Salzach. Der Bau der Brücke wäre für die Bewohner Laufens eine große Entlastung. Derzeit rollt der zunehmend wachsende Durchgangsverkehr über die Stadtbrücke durch die historische Altstadt Laufens. Gefährdet wird dadurch nicht nur die Gesundheit der Altstadtbewohner, sondern auch die historische Bausubstanz der Gebäude und die wirtschaftliche Situation in der Altstadt.
Problematisch ist derzeit noch die konkrete Trassenwahl. Im benachbarten Salzburg gibt es starke Gruppierungen wie die Salzburger Industriellenvereinigung, die einer Brücke bei Freilassing den Vorzug geben. Das kommt aber für Landrat Georg Grabner nicht in Frage. Der Brückenbau sei für die Stadt Laufen von essentieller Bedeutung. Der Bau einer Umgehungsstraße allein würde den Verkehr nicht aus der Altstadt bringen. Doch es tut sich noch ein weiteres Problemfeld auf: die Laufener Entlastungs-Brücke liegt in einem so genannten FFH-Gebiet.
Was bedeutet das? "Die europäische Fauna Flora Habitat-Richtlinie soll ein europaweites Netz von Naturschutzgebieten schaffen", so Angelika Niebler. "Doch auch in FFH-Gebieten kann gebaut werden, allerdings müssen vor der Planung die Belange des Naturschutzes besonders geprüft werden. Das Schutzgebiet und die in ihm vorkommenden Tiere und Pflanzen dürfen von dem Projekt nicht beeinträchtigt werden."
Im Fall der Salzachbrücke werden diese Prüfung und das Ausloten von Alternativen zu der Laufener Entlastungsbrücke gerade durchgeführt. Schadensbegrenzende Maßnahmen durch einen ausreichenden Lärmschutz und die Aufständerung der Trasse seien geplant, erläuterten Mitarbeiter des Landratsamts und des staatlichen Bauamts. Niebler versprach, dass sie bei der Europäischen Kommission Druck machen werde, um das Vorhaben zu unterstützen. "Erst im März hat das Bundesverwaltungsgericht den bis dato blockierten Bau eines Teilstücks der Autobahn A 4 durch ein FFH-Gebiet in Hessen genehmigt", machte sie Landrat Grabner und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden Mut. "Was die FFH-Gebiete angeht, darf Brüssel nicht die Bodenhaftung verlieren. Bei der in den nächsten Jahren anstehenden Überarbeitung der Richtlinie muss sicher gestellt werden, dass Betroffene im Vorfeld der Auswahl und Festsetzung von Schutzgebieten besser einbezogen werden", so Niebler abschließend. |