"Lornas Schweigen" gewinnt zweiten LUX-Filmpreis

Zum zweiten Mal hat der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, den LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments vergeben. Gewinner der diesjährigen Preisverleihung und damit Nachfolger des deutschen Films "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin wurde der Film "Lornas Schweigen" von Jean-Pierre und Luc Dardenne. Der Preis, dotiert mit 87.000 Euro, unterstützt u. a. die Untertitelung des prämierten Films in die 23 Amtssprachen der Europäischen Union.

Die Jury setzt sich aus den 785 Mitgliedern des Europäischen Parlaments zusammen. Jeder Abgeordnete, der einen oder mehrere Filme gesehen hat, kann abstimmen. Neben "Lornas Schweigen" der Brüder Dardenne waren die Filme "Obcan Havel" von Miroslav Janek und "Delta" vom Regisseur Kornél Munduczó nominiert.

Als eine der Jurorinnen hob die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler die besondere Bedeutung des Preises für die europäische Kultur hervor: "In Europa können wir leider immer noch viel zu wenige Filme aus anderen europäischen Ländern sehen. Der LUX-Preis leistet einen Betrag dazu, dies zu ändern."

Der kulturelle Reichtum, der in Europa durch fehlende Mittel für die Synchronisation oder Untertitelung von europäischen Produktionen verloren geht, wird am Beispiel des LUX-Preisträgers 2007, "Auf der anderen Seite", deutlich. Nach seiner Untertitelung wurde er einem breiteren Publikum zugänglich gemacht und als deutscher Beitrag für die Oscarverleihung 2008 ausgewählt. Ähnlichen Erfolg wünscht sich Angelika Niebler auch für den diesjährigen Gewinner: "Lornas Schweigen ist ein sehr gut gemachter Film, der die Wirklichkeit einer eingebürgerten jungen Albanerin in Belgien zeigt ohne jedoch grausam, marktschreierisch und hoffnungslos zu sein. Er ist bisweilen sogar außerordentlich zart und einfühlsam."