"European Parliament of Enterprises" - Konferenz der Unternehmer tagt in Brüssel

Was bewegt die Unternehmer in Europa? Wo drückt sie der Schuh? Was erwarten sie von Europa? Diese Fragen konnten im Plenarsaal des Europäischen Parlaments aus erster Hand beantwortet werden. Denn beim "Europäischen Parlament der Unternehmen" in Brüssel standen die Anliegen der Klein- und Mittelständler auf der Tagesordnung.

Dies war zugleich eine echte Premiere. Erstmals trafen im Europäischen Parlament 774 Unternehmer aus allen Mitgliedstaaten der EU zu einem unmittelbaren Meinungsaustausch mit hochrangigen Vertretern von Europäischer Kommission und Parlament zusammen. Im Mittelpunkt der Diskussion, an der sich auch die Vorsitzende des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments, Angelika Niebler beteiligte, standen alle wesentlichen Themenbereiche, mit denen sich die Betriebe auf europäischer Ebene beschäftigen. Angelika Niebler sprach sich dafür aus, dass Europa wieder stärker in unternehmerischen Kategorien denken müsse.

Auch ohne die Folgen der aktuellen Finanzkrise sehen sich Europas Unternehmen zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. Noch immer gibt es Hindernisse im gemeinsamen Binnenmarkt. Bürokratie, der Zugang zu Krediten und ein zunehmender Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften stellen die Unternehmen vor ganz praktische Probleme.

"Die Politik muss hier Lösungen anbieten. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft", unterstrich Angelika Niebler. "Ohne eine unternehmensorientierte Politik wird es auf Dauer kein Wachstum und keinen Wohlstand in Europa geben. Daher müssen die Belange der Unternehmen stärker in den Fokus der Gesetzgebung rücken.

Mit der Forderung, alle Gesetzgebungsvorschläge der EU vorab zum Gegenstand unabhängiger Folgeabschätzungen zu machen, machte sich Angelika Niebler für eine deutliche Entbürokratisierung stark. In diesem Zusammenhang gelte es, die Vorschläge der unabhängigen Expertengruppe unter der Leitung des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber zur Deregulierung und dem Bürokratieabbau rasch aufzugreifen. Deren Umsetzung sei eine Frage der Glaubwürdigkeit der EU, betonte Niebler.