3. Deutscher Maschinenbau-Gipfel - Energieeffizienz als Schlüssel zur Zukunft der Branche

Nicht vor Ort in Oberbayern, sondern vor Ort in Berlin fand am 14. und 15. Oktober eine hochkarätig besetzte Veranstaltung statt, die auch für viele oberbayerische Unternehmen von Bedeutung war - der 3. Deutsche Maschinenbau-Gipfel. Bei dem jährlich stattfindenden Event suchten Entscheidungsträger des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus den Dialog mit Politik und Wissenschaft. Moderatorin Nina Ruge begrüßte auf dem Podium neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und ifo-Institutspräsident Hans-Werner Sinn auch Angelika Niebler, Vorsitzende des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments.

Der Maschinen- und Anlagenbau gilt als wichtigste Exportbranche der deutschen Wirtschaft und Rückgrat der industriellen Produktion in Deutschland. In 18 von 32 Fachzweigen ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau Weltmarktführer. Doch die Konkurrenz schläft nicht, so die Warnung von Angelika Niebler. Als Schlüsselthema der Zukunft identifizierte sie die Energieeffizienz: "Bei einem Blick über den großen Teich wird deutlich, welchen Stellenwert Energieeffizienz und Umweltschutz dort spielen. Manche US-amerikanische Staaten wie Kalifornien haben immense Anstrengungen unternommen, um Energieeffizienzforschung zu fördern - allein in Kalifornien fließen jährlich 62 Mio. Dollar in dieses Gebiet."

Um bei den Kunden nicht die schlechteren Karten zu haben, müssten sich europäische und deutsche Hersteller "ranhalten", so Niebler weiter. Zwar seien im Maschinenbau Effizienz und Energieeinsparpotential noch keine entscheidenden Kaufgründe, aber Klimawandel, Versorgungsengpässe und steigende Energiepreise zwingen Politik und Wirtschaft zum Handeln. Hierbei appellierte sie an die Branche, ihre Chance zu nutzen und die Rahmenbedingungen, unter denen sie in Zukunft arbeiten wolle, selbst zu gestalten: "Die neue Ökodesign-Richtlinie legt beispielsweise fest, dass jede Maschine, die künftig in Europa verkauft wird, bestimmten Effizienzkriterien genügen muss. Wenn Sie proaktiv selbst Ziele setzen und durch freiwillige Selbstverpflichtungsmaßnahmen den Lebenszyklus Ihrer Produkte optimieren, wird sich die Europäische Kommission nicht weiter einmischen. Nutzen Sie diese Chance!"

Niebler machte aber auch deutlich, dass der Maschinen- und Anlagenbau bei seinen Bemühungen nicht alleine gelassen werde: "Die Politik will Sie nicht nur fordern, sondern auch fördern. Besonders im Bereich Forschung und Entwicklung gibt es auf europäischer Ebene zahlreiche Förderprogramme, die Sie in Ihren Vorhaben unterstützen werden. Mit insgesamt 54 Mrd. Euro Forschungsförderung soll im Zeitraum 2007 bis 2013 der Grundstein für eine innovative europäische Wirtschaft gelegt werden, die den Herausforderungen der Finanzkrise und des Klimawandels gewachsen ist."