"Rolli-Gang" rockt im Europäischen Parlament

"Standing ovations" erntete die Münchner "Rolli Gang" bei ihrem Konzert im Europäischen Parlament. Auf Einladung der oberbayerischen Europaabgeordneten Angelika Niebler war die Gesangsgruppe junger behinderter Menschen nach Straßburg gereist und erlebte dort eine Premiere der besonderen Art. Normalerweise herrscht hektische Betriebsamkeit im Europäischen Parlament. Dank des melodischen Sounds der sechs Musiker kehrte jedoch eine heiter-beschwingte Atmosphäre ein.

Die "Rolli-Gang" ist in vielerlei Hinsicht eine außergewöhnliche Gesangsgruppe: Sie besteht aus jungen Musikern mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen, die mit ihren Auftritten nicht nur unter Beweis stellen, was Menschen mit Behinderung können und welche Begabungen sie haben, sondern sie thematisieren auch das Phänomen "Behinderung" in ihren Songs. Angelika Niebler war vom Konzert begeistert: "Die Jugendlichen haben mit ihrer Musik eindrucksvoll gezeigt, was geht - trotz Behinderung. Die Botschaft der Band ist so bemerkenswert wie klar: Es gibt kein Problem, das nicht gelöst werden kann."

Die Gruppe wurde 2001 an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte in München ins Leben gerufen. Die Musiker (eine junge Frau und fünf Männer) stammen aus ganz Bayern und leben jetzt in München. "Vater" der Idee sowie Komponist der Lieder ist der Religionslehrer der Schule, René Vollmar. Seit Gründung der Band hat die Gruppe schon einige Auftritte gehabt, für die auch professionelle Bands ihr letztes Hemd gegeben hätten: Sie hat beim Weltjugendtag 2005 in Köln genauso gesungen wie bei der Fußballweltmeisterschaft in 2006 und der Fußballeuropameisterschaft im letzten Jahr.

Der Auftritt in Straßburg reiht sich für die Band in diese Highlights ein. "Das hat Spaß gemacht, aber wir wollten natürlich dem Hohen Haus auch beweisen, dass so etwas möglich ist", betont Ersen Tekin, der seit Anfang an zur "Rolli Gang" gehört. Mit dem Erfolg konnten die Musiker mehr als zufrieden sein: "Die Zuhörer waren begeistert von den Liedern der ‚Rolli-Gang'. Die jungen Leute haben das Parlament gerockt!", so die Beobachtung von Angelika Niebler nach dem Konzert.