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Europäisches Parlament stimmt Aufnahme
der Beitrittsverhandlungen zu - Konsequenzen des Türkei-
Beitritts für die Europäische Union werden nicht bedacht
"Die Entscheidung
über den Beitritt der Türkei in die Europäische
Union ist eine Schicksalsfrage. Es müsste zunächst
eine offene Diskussion darüber geführt werden,
welche Europäische Union wir wollen. Nur dann können
die möglichen Konsequenzen und Alternativen eines
EU-Beitritts der Türkei angemessen abgewogen werden.
Die Abstimmung im Europäischen Parlament über
den aktuellen Fortschrittsbericht und die Empfehlung der
Kommission hat belegt, dass das Stimmungsbild diffus ist.
Denn mehr als ein Drittel der Mitglieder des Parlaments
hat den Bericht, der die Aufnahme von Verhandlungen mit
der Türkei befürwortet, abgelehnt."
Mit dieser Einschätzung hat die oberbayerische Europaabgeordnete
Dr. Angelika Niebler (CSU), das Votum des Straßburger
Parlaments kommentiert.
In einer Reihe von Mitgliedsstaaten breite sich zunehmend
Skepsis aus angesichts der Auswirkungen einer Vollmitgliedschaft
der Türkei in der EU.
"Mit der Brachial-Diplomatie des "Ganz-oder-gar-nicht",
wie sie von der rot-grünen Bundesregierung gefahren
wird, habe man gegenüber der Türkei eine Erwartungshaltung
geschaffen, die jede Abweichung vom Maximalergebnis als
Absage wirken lässt", mahnte die CSU-Politikerin.
Damit sei jedoch niemandem gedient. Die Tatsache, dass
Schröder und Fischer eine EU-Vollmitgliedschaft der
Türkei zu ihrem politischen Credo machten, könne
nicht darüber hinwegtäuschen, dass in anderen
Ländern auch über Alternativen wie die Privilegierte
Partnerschaft' und ergebnisoffene Verhandlungen nachgedacht
werde.
"Niemand will die Türkei als Freund und NATO-Partner
vor den Kopf stoßen: Die Reformleistungen der Regierung
sind außerordentlich und dürfen auf keinen
Fall gefährdet werden. Deshalb ist eine enge Bindung
der Türkei an die EU zur weiteren Stabilisierung
des Reformprozesses auf jeden Fall wünschenswert",
so Angelika Niebler.
Dennoch müsse auch darüber nachgedacht werden,
wie die Europäische Union diese Beziehung ausgestalte
und sich auf damit verbundenen Herausforderungen institutionell
vorbereite. Dieser Schritt gehöre an den Anfang eines
solchen Prozesses und müsse ungedingt bis zum Ende
durchdacht und vorbereitet werden, so die Forderung der
Europaabgeordneten. "Hier haben wir noch erheblichen
Klärungsbedarf, wenn wir nicht auf Dauer die Stabilität
und Handlungsfähigkeit der EU aufs Spiel setzen wollen".
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