Angelika Niebler besichtigt Geothermie-Projekt in Aschheim

"Es gibt keine bessere Alternative als ein Geothermieprojekt, um sich in der Energieversorgung unabhängig zu machen", lobte die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler das deutschlandweit erste interkommunale Geothermieprojekt der drei Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim, das sie am 20. März besuchte. Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hätten gezeigt, wie wichtig Geothermie-Projekte und deren Förderung in ganz Europa seien.

Bereits vor 15 Jahren gab es in Aschheim erste Überlegungen, in die Geothermie zu investieren, doch man wollte erst Erfahrungswerte abwarten. 2004/05 sorgten die gesammelten Erfahrungen bei Geothermieprojekten in Unterschleißheim, Pullach und Unterhaching dafür, dass die Geothermie auch in Aschheim wieder zum aktuellen Thema wurde. Die Gemeinde Aschheim sicherte sich deshalb den 31 km² großen Claim Ascaim, erhielt 2005 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme und holte die Nachbarn Feldkirchen und Kirchheim an Bord. Die weiteren Meilensteine des Projektes erreichte man fortan auf einem gemeinsamen Weg.

2008 erfolgte schließlich die Gründung der interkommunalen AFK-Geothermie GmbH, die Bohrarbeiten begannen im Jahr 2009. Laut Helmut Englmann, Bürgermeister von Aschheim und AFK-Aufsichtsratsvorsitzender, werden voraussichtlich im Herbst 2009 die ersten Gebäude angeschlossen. Insgesamt sollen rund 5000 Wohngebäude und Gewerbeflächen mit Geothermiewärme in drei Gemeinden versorgt werden. Hierfür wird laut Helmut J. Englmann 82 bis 85 Grad warmes Thermalwasser aus rund 2200 Metern Tiefe gefördert und es werden Nahrwärmeleitungen mit einer Länge von insgesamt 80 km verlegt.

Im Anschluss erfüllte Angelika Niebler gerne den Wunsch des Aschheimer Bürgermeisters Josef Englmann, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen und versprach, sich auch auf europäischer Ebene für das Projekt einzusetzen. Weiteres Thema war die Breitbandversorgung. Die Gemeinde Aschheim hat parallel zum Geothermie-Netz ein Glasfasernetz aufgebaut und damit den Sprung hin zu einer modernen Breitbandversorgung geschafft. Niebler lobte diese umsichtige Planung. "Eine gute Breitbandversorgung ist vor dem Hintergrund der heutigen Bedeutung des Internets besonders wichtig und ein wesentlicher Standortfaktor für Kommunen. Aschheim ist damit hervorragend vernetzt", so Niebler.