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Luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft stellt Finanzen in den Vordergrund
In den Mittelpunkt seiner
gerade angelaufenen EU-Ratspräsidentschaft stellt
Luxemburg unter seinem Ministerpräsidenten Jean Claude
Juncker die Kriterien des Stabilitätspakts sowie
die zukünftige finanzielle Ausstattung der EU.
Luxemburg hat es sich zum Ziel gesetzt, eine politische
Einigung über die Höhe des EU-Haushalts bis
Juni zu erzielen. Gegenwärtig liegen die Zielsetzungen
von Nettozahlern und -empfängern jedoch noch deutlich
auseinander. Wichtig ist, die Höhe des derzeitigen
Budgets beizubehalten.
Problematisch ist auch die laufende Diskussion über
die angestrebte "Flexibilisierung" des Euro-Stabilitätspakts.
Während eine Reihe von kleineren Ländern wie
z. B. die Niederlande darauf pochen, dass die Regeln strikt
eingehalten und 'Defizitsünder' bestraft werden,
gibt es auch Vorstösse, Freiheiten und Ausnahmen
einzuräumen. Wen wundert es, dass diese Initiative
von der rot-grünen Bundesregierung maßgeblich
mitgetragen wird. Letztlich hätte ein solcher Schritt
nichts anderes als die Aufweichung des Stabilitätspaktes
zur Folge, die Kanzler Schröder zumal im Wahljahr
hochwillkommen wäre. Glücklicherweise hat Ratspräsident
Juncker hier bereits Gegenwehr gezeigt: Er will verhindern,
dass die Defizitkriterien verwässert werden.
Außerdem wollen die Luxemburger eine Bilanz der
sog. Lissabon-Strategie vorlegen, die für die EU
das Ziel gesetzt hat, bis 2010 zur weltweit dynamischsten
Wirtschaftskraft zu werden. Diese Bilanz wird nicht allzu
euphorisch ausfallen. In diesem Zusammenhang wird die
EU-Ratspräsidentschaft von den Mitgliedstaaten verstärkte
Investitionen in Forschung und Entwicklung fordern.
Zu den weiteren wichtigen
Entscheidungen, die in die Luxemburgische Ratspräsidentschaft
fallen, gehören u. a. das Votum über die Beitrittsverhandlungen
mit Kroatien, die am 17. März beginnen sollen, sowie
die weiteren Verhandlungen über die Beitrittsverträge
mit Bulgarien und Rumänien. Gegenwärtig bestehen
erhebliche Zweifel, inwieweit die beiden Beitrittskandidaten
in der Lage sein werden, die vereinbarten Voraussetzungen
für eine Aufnahme in die EU im Jahr 2007 zu erfüllen.
Für diesen Fall müsste ihr Beitritt entsprechend
verschoben werden, alles andere wäre eine schwere
Belastung für die Europäische Union.
Zu wichtigen Ereignissen während der luxemburgischen
Ratspräsidentschaft gehört zweifellos der für
Februar geplante Besuch des wiedergewählten amerikanischen
Präsident George W. Bush bei der EU in Brüssel.
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