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Noch langer Weg bis zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Türkei
Eine Delegation des Frauenausschusses
des Europäischen Parlaments hat sich Ende Januar
vor Ort über die Situation der Frauen in der Türkei
informiert.
Die Delegation anerkennt die Verbesserungen im türkischen
Rechtssystem zur Situation der Frauen in der Türkei.
Gleichberechtigung von Mann und Frau lässt sich jedoch
nicht per Gesetz verordnen, sie muss gelebt werden. In
der Türkei ist gegenwärtig der Unterschied zwischen
dem von der Regierung Erdogan implementierten Reformpaket
und der Lebenswirklichkeit der Frauen erheblich. Und Bedenken,
inwieweit sich angesichts von traditionellem Rollenverständnis
und hierarchischen Familienstrukturen eine gleichberechtigte
Teilhabe der Frauen in absehbarer Zeit erzielen lässt,
sind äußerst berechtigt.
Bedenken ergeben sich insbesondere angesichts der hohen
Zahl von Analphabetinnen (25 Prozent der Frauen), des
durchschnittlich geringen Bildungs- und Ausbildungsniveaus
der Frauen sowie der Tatsache, dass lediglich ein Viertel
der Frauen am Erwerbsleben beteiligt ist. Auch wird nicht
bestritten, dass es Zwangsheirat, Polygamie, sog. "Ehrenmorde"
und Gewalt gegen Frauen in der Familie immer noch gibt.
Für Angelika Niebler bleiben die Vorbehalte gegen
eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei.
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