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Gespräch mit ehrenamtlichen
Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Ebersberg -
"Europäische Interessenvertretung der Freiwilligen Feuerwehr
muss verbessert werden"
Die Wertschätzung
ihrer ehrenamtlichen Leistung ist grenzenlos - doch von
der Europäischen Union fühlen sich die Freiwilligen
Feuerwehren in Deutschland in ihrer Arbeit gehemmt: Zuviel
Bürokratie, die nur die Kosten in die Höhe treibe
und den Leistungswillen der Ehrenamtlichen einschränke,
lautete die Kritik von Vertretern der Freiwilligen Feuerwehren
aus dem Landkreis Ebersberg auf einer Diskussionsveranstaltung
des CSU-Kreisverbandes Ebersberg, auf der Angelika Niebler
jetzt zu Gast war. Als weitere Gesprächsteilnehmer
hatte der Gastgeber und Initiator dieser Veranstaltungsreihe,
Bezirksrat und CSU-Kreisvorstandsmitglied Thomas Huber,
den zuständigen Vertreter des bayerischen Innenministeriums,
Alois Lachner, sowie Landrat Gottlieb Fauth und eine Reihe
von Bürgermeistern und Gemeinderatsmitgliedern aus
dem Landkreis eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion
stand die Situation der Feuerwehren, so dass vor allem
rund 20 Kommandanten von Freiwilligen Feuerwehren aus
dem Landkreis selbst die Gelegenheit nutzen wollten, ihre
Probleme und Anliegen vorzubringen.
In der Tat verdient der Unmut der Feuerwehrleute Verständnis.
Denn die europäische Gesetzgebung hat zum Teil erhebliche
Auswirkungen auf ihre Arbeit, ohne dass das Europäische
Parlament darauf Einfluss nehmen könnte. Für
die Abgeordneten ist es kaum möglich, aus einem Verordnungsentwurf
der EU-Kommission unmittelbar abzulesen, inwieweit die
Freiwilligen Feuerwehren betroffen sein könnten.
Nur wenn jemand konkret Einspruch erhebt, sind Fehlentwicklungen
aufzuhalten.
Ein Problem stellt nach Einschätzung von Alois Lachner
vom bayerischen Innenministerium die Tatsache dar, dass
die Freiwilligen Feuerwehren mit ihren 1,2 Millionen Ehrenamtlichen
in Deutschland zwar die Pflichtaufgabe des Brandschutzes
im Namen der Kommunen übernehmen und damit immense
Kosten sparen. Trotz ihrer großen gesellschaftlichen
Bedeutung haben Sie aber keine eigene Interessenvertretung
in Europa und können somit als Gesprächspartner
in Brüssel und Straßburg nicht präsent
sein.
Ein weiterer wesentlicher Grund für die Schwierigkeiten
liegt nach einhelliger Meinung der Gesprächsrunde
in der Sondersituation der Freiwilligen Feuerwehren in
Deutschland. "In keinem anderen europäischen
Mitgliedsland gibt es so viele ehrenamtliche Feuerwehrleute",
betonte Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Entweder sei
Brandschutz Aufgabe des Militärs wie in Frankreich
und Italien oder es gebe Berufsfeuerwehren, an denen sich
auch im Wesentlichen die europäischen Verordnungen
orientierten.
Für die Ehrenamtlichen
in Deutschland bedeute das aber mehr Bürokratie und
einen höheren finanziellen Aufwand: "Wenn ein
Einsatz mit Motorsäge jetzt nach gesetzlichen Vorgaben
eine siebentägige Schulung voraussetzt, findet man
auf Dauer keine Freiwilligen mehr, die bereit sind das
zu zahlen und dafür Freizeit oder Urlaub einzusetzen",
so Bullinger.
Gebraucht wird letztlich ein Frühwarnsystem: Durch
intensive Absprachen und einen regelmäßigen
Informationsaustausch kann es so möglich werden,
bei anstehenden Entscheidungen die Anliegen der Freiwilligen
Feuerwehren stärker zu berücksichtigen.
Ein erster Schritt zu größerem Informationsaustausch
wird der Besuch von Vertretern der Ebersberger Kreisbrandinspektion
im Straßburger Parlament sein, der am Rande der
Veranstaltung vereinbart wurde.
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