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Nächste EU-Erweiterungsrunde abgebremst - doch es trifft den falschen Beitrittskandidaten
Äußerst ärgerlich
sind die Signale, die jetzt ausgerechnet an Kroatien als
nächstem Beitrittskandidaten ausgesandt wurden und
zu einer Verschiebung der Beitrittsverhandlungen führten.
Ursprünglich sollten diese bereits seit dem 17.
März laufen. Da Kroation jedoch mangelnde Kooperation
mit dem Internationalen Strafgerichtshof für Jugoslawien,
insbesondere im Falle des Generals Ante Gotovina, vorgeworfen
wurde, hat sich der Terminplan verschoben. Dies sei angeblich
eine Warnung für alle künftigen Beitrittskandidaten
hinsichtlich einer schärferen Gangart' der
EU. Aber diese Warnung setzt ein falsches Signal. Es dient
nicht der politischen Stabilität in Kroatien und
seinen Nachbarländern, wenn gerade die Regierung,
die den Nationalismus im eigenen Land bekämpft und
eine mutige Reformpolitik angepackt hat, trotz aller Anstrengungen
und beachtlichen Erfolge bestraft wird.
Vor allem wird die neue Gangart' ganz offenkundig
nicht mit derselben Konsequenz gegenüber der Türkei
betrieben. Zwar ist die Türkei wegen des erlahmenden
Reformseifers, der auffälligen Zurückhaltung
bei der Anerkennung Zyperns und vor allem nach den gewalttätigen
Übergriffen bei einer Frauen-Demonstration vor dem
Weltfrauentag negativ aufgefallen. Doch allen Warnschüssen
zum Trotz, beharrt der hartnäckigste Förderer
einer türkischen EU-Mitgliedschaft, Kanzler Schröder,
darauf, die Beitrittverhandlungen im Herbst aufzunehmen.
Wieder einmal gilt in der rot-grünen EU-Politik zweierlei
Maß.
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