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Die bayerischen Universitäten positionieren sich - Vertreter der Unis im Gespräch mit Parlament und Kommission
Vor dem Hintergrund der
laufenden Beratungen über das 7. Forschungsrahmenprogramm,
mit dem die Leitlinien der europäischen Forschungsförderung
für die nächsten Jahre festlegt werden, nutzten
die EU-Referenten der baden-württembergischen und
bayerischen Hochschulen ein gemeinsames Seminar in Brüssel,
um ihre Positionen und Bewertungen den Vertretern von
Europäischer Kommission und Parlament vorzustellen.
Als Vertreterin des für Forschungsfragen zuständigen
Industrieausschusses stellte sich Angelika Niebler dabei
den Fragen der Wissenschaftler.
Neben der Sachdiskussion wurde vor allem leidenschaftlich
erörtert, wie viel Geld der EU die Forschungsförderung
tatsächlich wert ist. Nach den ambitionierten Plänen
der Kommission sollen sich die Forschungsausgaben effektiv
auf knapp 10 Milliarden Euro pro Jahr verdoppeln. Demnach
sollen in den nächsten 7 Jahren allein von der EU
über 73 Milliarden Euro für die Forschungsförderung
zur Verfügung gestellt werden. Dem widersprechen
die Pläne der Mitgliedstaaten, den Kommissionsvorschlag
gerade in diesem zukunftsträchtigen Bereich überproportional
zu kürzen und die Forschungsausgaben weitgehend auf
dem bisherigen Niveau von knapp 5 Milliarden Euro pro
Jahr einzufrieren.
Die Teilnehmer des Seminars waren sich einig, dass dies
ein völlig falscher Schritt wäre. Vielmehr müssen
die EU und die Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Privatwirtschaft
gerade in Forschung und Innovation investieren. Nur so
könne sich der Standort Europa, der von Köpfen
und Ideen lebt, im globalen Wettbewerb behaupten.
In der Sache selbst fand der Entwurf des 7. Forschungsrahmenprogramms
Unterstützung. Die bayerischen Universitäten
profitieren bereits heute von den laufenden EU-Rahmenprogrammen
und wünschen sich bei der Vergabe und den einzelnen
Förderinstrumenten vor allem Kontinuität. Auch
der Plan, die europäische Forschungsförderung
durch einen Forschungsrat stärker auf die Grundlagenforschung
zu konzentrieren, wurde einhellig begrüßt,
so lange sicher gestellt ist, dass die Entscheidung für
die Projekte in einem transparenten und offenen Verfahren
fällt. Wesentlicher Kritikpunkt der Universitäten
ist die komplizierte Prozedur bei der Beantragung der
Mittel, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Hinzu kommen
umfangreiche und sich wiederholende Berichtspflichten
über den Verlauf der Projekte, die ebenfalls sehr
kritisch bewertet wurden.
Diese Bedenken griff Angelika Niebler auf und erläuterte
die aktuelle Diskussion im Parlament. Dem Parlament kommt
bei der europäischen Forschungspolitik eine Schlüsselrolle
zu, da es mit den Mitgliedstaaten gleichberechtigt über
das Forschungsrahmenprogramm entscheidet. Im Verlauf der
Diskussion wurde deutlich, dass europäische Volksvertreter
und Wissenschaftler insbesondere mit Blick auf das Budget
und die Vereinfachung der Verfahren einer Meinung sind.
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