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Landräte aus Oberbayern in Brüssel
Sich vor Ort über
die neuesten Entwicklungen in de EU zu informieren, war
das Ziel des jüngsten Brüsselbesuchs von zehn
Landräten aus Oberbayern. Denn die Entscheidungen
der EU betreffen zunehmend auch die kommunale Ebene.
Was heute in Europa beschlossen werde, wirke sich morgen
auf die Gemeinden und Landkreise aus. Deshalb sei es wichtig,
dass ein enger Kontakt zwischen den Brüsseler Entscheidungsträgern
und den kommunalen Vertretern gehalten werde, so die oberbayerischen
Mandatsträger.
"Früher hieß es immer, irgendwann kommen
die Entscheidungen aus Brüssel auch in unserer heimischen
Gesetzgebung an. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert:
Viele EU-Verordnungen bzw. -Richtlinien haben unmittelbare
Durchschlagskraft bis auf die kommunale Ebene, "
so einer der Landräte.
Ein Beispiel dafür ist die geplante Arbeitszeitrichtlinie,
bei der es um die Frage geht, ob Bereitschaftszeiten grundsätzlich
als volle Arbeitszeit anerkannt werden sollen. Eine solche
Regelung hätte enorme finanzielle Auswirkungen auf
Kostenträger aller Berufe, bei denen Bereitschaftsdienste
geleistet werden.
Während eine Mehrheit im Europäischen Parlament
die Bereitschaftszeit als Arbeitszeit qualifiziert haben
will, lehnt Angelika Niebler diesen Ansatz gemeinsam mit
ihren CSU-Kollegen ab. Im Gespräch mit den Landräten
erläutert sie die Gründe: "Von einer Neuregelung
wären nicht nur Krankenhausärzte betroffen.
Auch andere Berufszweige wie z. B. die Jugendhilfearbeit
oder die Feuerwehr haben Bereitschaftsdienste. Daher brauchen
wir unbedingt Flexibilität, sonst zieht diese Richtlinie
eine Kostenwelle in den Kommunen nach sich, die nicht
zu bewältigen wäre."
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