Februar 2006 / 1

Kein positives Bild der Europäischen Union in Deutschland

Das Verhältnis der Deutschen zur Europäischen Union ist gegenwärtig von großer Verunsicherung geprägt. Dies belegen die Ergebnisse der jüngsten Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission. Danach steht die Europäische Union in den Augen einer großen Mehrheit der Deutschen für Arbeitslosigkeit, Bürokratie, Geldverschwendung und steigende Kriminalität. So haben 84% der Deutschen Angst, dass Arbeitsplätze aus Deutschland in EU-Mitgliedsländer mit geringeren Lohnkosten verlagert werden. Auch macht 64% der Deutschen der Verlust sozialer Standards zunehmend Sorge. Dabei wird die EU als Teil des Problems und nicht als Teil der Lösung empfunden.

Tröstlich mag in diesem Zusammenhang allenfalls sein, dass etwa 53% der Befragten beim Eurobarometer die EU-Mitgliedschaft für eine gute Sache halten und immerhin 74% davon überzeugt sind, dass die Mitgliedschaft sich positiv auf die deutsche Exportwirtschaft auswirkt. Und vor allem diese Einschätzung kommt der politischen und ökonomischen Wirklichkeit am nächsten.

Denn eine von der Europäischen Bewegung und der Europa-Union in Auftrag gegebenen Studie belegt, dass Deutschland zu den EU-Mitgliedsstaaten gehört, die am meisten von der EU profitieren.  

Obwohl Deutschland der größte Nettozahler in der EU ist, übersteigt der wirtschaftliche Nutzen die Kosten um ein Vielfaches. Den deutschen Zahlungen von 7,1 Mrd. Euro, stehen nämlich 123 Mrd. Euro Handelsbilanzüberschuss gegenüber. Und auch während zwar rund 0,33% des Bruttoinlandsproduktes an Brüssel überwiesen werden, bringt der EU-Binnenmarkt für die deutsche Wirtschaft zugleich dauerhaft ein Wachstum von knapp 1% des BIP.

Der größte Teil des deutschen Außenhandels vollzieht sich innerhalb der EU. Dabei gewinnen vor allen die neuen Mitgliedsstaaten zunehmend an Bedeutung. Insgesamt haben sich die deutschen Exporte in die EU-Staaten von 2000 bis 2004 um 25 % erhöht. Die deutschen Exporte in die EU-Beitrittsstaaten erhöhten sich im gleichen Zeitraum sogar um 34 %. Kein anderer EU-Staat kann solche Zuwachsraten aufweisen.

Deutschland punktet dabei zunehmend im Bereich der Spitzentechnologie, durch wissens- und technologieintensive Produkte und durch Dienstleistungen.

Wenn Deutschland seinen Vorsprung jedoch im Binnenmarkt halten will, sind Reformen dringend notwendig. Insofern weist die Studie einen richtigen Weg mit der Forderung, mehr in Aus- und Weiterbildung, angewandte Grundlagenforschung, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu investieren.

Und bei all dem kann die EU unterstützend unter die Arme greifen. Europa ist also nicht die Ursache für Deutschlands wirtschaftliche Lage, sondern Teil der Lösung.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zur Eurostat -Umfrage

http://europa.eu.int/germany/pdf/National_Report_Germany_EB64.pdf

Link zur Studie über die Kosten und Nutzen der Europäischen Union für die Bundesrepublik Deutschland

http://www.europaeische-bewegung.de/fileadmin/files_ebd/PDF-Dateien/EBD-EUD-Studie-Vital-endg.pdf

Impressum

Herausgeber:
Dr. Angelika Niebler, MdEP

Bürgerbüro:
CSU-Kreisgeschäftsstelle
Münchener Straße 2
85560 Ebersberg
Telefon: (08092) 86 57 70
Telefax: (08092) 25 69 20

E-Mail: info@angelika-niebler.de
Internet: www.angelika-niebler.de