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September 2009/2 Einsatz
für die Milchbauern – Erzeugerländer erhöhen Druck auf Kommission Eine Koalition um die großen Erzeugerländer
Deutschland, Frankreich und Österreich kämpft weiter für die Unterstützung
der europäischen Milchbauern. Zwar wurde die Forderung von Bundesagrarministerin
Ilse Aigner und ihrem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire,
die Milchquotenerhöhung auszusetzen, abgelehnt. Dennoch deutet sich an, dass
die Europäische Kommission um eine Korrektur ihrer aktuellen
Milchmarktpolitik nicht herum kommt. Hintergrund der Forderungen: In der EU sind
die Milchpreise seit Ende 2007 um mehr als 30 Prozent eingebrochen; derzeit
erhalten die Bauern in Europa durchschnittlich 24 Cent pro Liter Milch. Für
viele ist das zu wenig zum Überleben. Hauptgrund für die niedrigen Preise ist die
Überproduktion von Milch. Die Europäische Union hat darauf bisher mit der so
genannten Milchquote reagiert, die jedem Landwirt und jedem Mitgliedstaat
vorschreibt, wie viel Milch maximal produziert werden darf. Im November 2008
haben sich die Agrarminister der 27 EU-Mitgliedstaaten jedoch darauf
geeinigt, die Milchquoten bis 2015 vollständig abzuschaffen. Daher wird seit
2009 die Quote jährlich um einen Prozentpunkt angehoben. Das Ziel dieser Maßnahme, ein freier
Milchmarkt, kann aber keine langfristige Verbesserung der Lage auf dem
Milchsektor bringen. Deshalb sollte die Kommission den Milchbauern
Planungssicherheit durch eine Anpassung der vorhandenen Instrumente zur
Marktsteuerung und gegebenenfalls neue Hilfen verschaffen. So sind die aktuellen Stützungsmaßnahmen,
Aufkauf und Einlagerung von Milchpulver und Butter sowie die Subventionierung
von Exporten in Drittländer, notwendig und richtig, um einen stärkeren
Preisverfall zu verhindern. Langfristig kann aber nur ein Systemwechsel das
Problem auf dem Milchmarkt lösen. Daher müssen Rat und Parlament – wie jetzt
durch Bundesagrarministerin Ilse Aigner angestoßen - den Druck auf die
EU-Kommission stetig erhöhen um die bisherige Marktordnung für den
Milchsektor durch eine neue, aus dem Gemeinschaftshaushalt finanzierte
Regulierung zu ersetzen. Der freie Markt würde irgendwann dazu führen, dass
in der EU Milch und Milchprodukte allenfalls noch durch große Agrarfabriken
produziert werden, unsere kleinteiliger strukturierte bayerische
Landwirtschaft dagegen nicht überleben könnte. Das wollen wir nicht, das gilt
es zu verhindern. Ein möglicher Ansatz, den Zusammenschluss
der Erzeuger in Genossenschaften stärker zu fördern und zu vereinfachen,
würde beispielsweise erheblich zur Steigerung der Marktmacht gegenüber den
großen Handelsketten beitragen. Des Weiteren könnte eine Beimischung von
Milchpulver ins Tierfutter helfen, die Milchmenge auf dem Markt zu
reduzieren. Auch jede Maßnahme, die die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten
steigert, ist sinnvoll. Damit die Milch nicht sauer wird, muss rasch
gehandelt werden. Vorschläge wie die Milch-Erklärung einer Koalition aus 16
EU-Mitgliedstaaten sind reichlich vorhanden. Die Kommission muss nur
zugreifen. Haben Sie zu diesem
Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf den
folgenden Seiten im Internet: Übersicht, welches Land nach der aktuellen
Milchquote wie viel Milch produzieren darf: http://www.euractiv.de/fileadmin/images/Milchquoten_EU_2009_2015.pdf Milch-Erklärung der 16 EU-Mitgliedstaaten
(englisch): http://www.euractiv.de/fileadmin/images/Milch_Erklaerung_Agrargipgel_20090907_en.pdf |
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