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April 2011/1 Europa feiert Ostern
– Bräuche und Traditionen unserer Nachbarn Das älteste christliche Fest steht vor der Tür und Gläubige
in ganz Europa gedenken an diesen Tagen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu
Christi. Im deutschen Sprachraum kennen wir die Suche nach bemalten Eiern und
Süßigkeiten, die vom Osterhasen versteckt werden und in vielen Familien
werden Zweige und Bäume mit Ostereiern geschmückt. Welche Bräuche und
Traditionen aber pflegen unsere Nachbarn? Heringsbegräbnisse in Irland, Osterprozessionen in
Italien, Spanien und Portugal und das Sammeln von Weidenkätzchenzweigen in
England kennen Sie aus meinem Europa-Telegramm vom März 2008 (s. Link unten).
Dieses Jahr rücken andere Nachbarländer in den Vordergrund, deren Traditionen
nicht minder spannend oder originell sind. In Wales zum Beispiel ist es Sitte, am Ostermontag vor
Sonnenaufgang auf einen nahe gelegenen Hügel zu gehen um die Sonne mit Tänzen
und drei Purzelbäumen zu begrüßen. In England lässt man es gemäß eines alten
Brauchs gemütlicher angehen. Dort werden zum Karfreitagsfrühstück
würzig-süßliche „Hot Cross Buns“ verzehrt, die nach
altem Glauben über magische Kräfte verfügen und Glück bringen sollen.
Verziert ist das Gebäck mit einem Kreuz, das an die Leiden Christi erinnern
soll. Bei unseren Nachbarn in der Schweiz hallen im Westen des
Landes am Karfreitag überall traditionelle Gebete und Gesänge durch die
Straßen und die Marterwerkzeuge Christi und das Schweißtuch der Heiligen
Veronika werden durch die Straßen getragen. Im Wallis dagegen wird in den
Dörfern Brot, Käse und Wein verteilt. Ein Brauch, der heute weniger gepflegt
wird, ist das Gebot, am Karfreitag nur barfuss auf die Straße zu gehen, um
die Erde nicht zu stören. In Griechenland wird das griechisch-orthodoxe Osterfest in
der Regel eine Woche nach dem uns bekannten Osterfest begangen. Zur Samstagabend-Messe
bringen die Gläubigen brennende weiße Kerzen mit für einen symbolischen Akt,
der Punkt Mitternacht eingeläutet wird. Dann werden alle Kerzen – bis auf
eine – gelöscht. Die noch brennende Kerze symbolisiert die Auferstehung
Christi und ihr Licht wird anschließend an alle anderen Kerzen weitergegeben. Ähnlich wie in Frankreich kennt man in Österreich und
Belgien die Legende der fliegenden Glocken. Der Sage nach fliegen diese
Karfreitag nach Rom, um sich dort segnen zu lassen. Deshalb dürfen die
Glocken bis Ostern nicht geläutet werden. In Belgien glaubt man zudem, dass
nicht der Osterhase, sondern die Glocken auf ihrer Rückkehr aus Rom die
Geschenke für die Kinder mitbringen, die diese dann in die von den Kindern
selbst gebastelten Osternester aus Heu legen. Bei den Dänen stehen die Osterfeiertage ganz im Zeichen
der Poesie. Hier werden so genannte „Narrenbriefe“ verschickt, deren Absender
Ostergrüße in Reimform geschrieben hat. Findet der Empfänger nicht heraus,
wer der Absender war, ist er der Narr. Umgekehrt wird der Absender zum Narr,
wenn der Empfänger ihn erkennt. Als Strafe muss er ein Fest ausrichten, den
Gewinner küssen oder ihm ein Ei schenken. Vielleicht haben Sie ja Lust, den ein oder anderen
„europäischen“ Brauch in Ihre Osterfeierlichkeiten aufzunehmen? Ich
jedenfalls mache es jetzt wie der deutsche Osterhase und hoppel in die Osterferien. Ihnen, liebe Leserinnen
und Leser, wünsche ich schöne und sonnige Feiertage! Ihre Europaabgeordnete Angelika Niebler Haben Sie zu diesem Thema Fragen
oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! Mehr Informationen zu diesem
Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet: Europa-Telegramm
März 2008/1 - „Von Weidenkätzchen, Osterküken und Heringsbegräbnissen“: http://www.angelika-niebler.de/telegramm/telegramm_67.htm |
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