November 2006/ 3

Europaparlament verbessert EU-Forschungsförderung  

In der EU-Forschungsförderung werden künftig neue Akzente gesetzt. Das Europäische Parlament billigte in dieser Woche in zweiter Lesung das so genannte Siebte Forschungsrahmenprogramm. Damit wird die europäische Forschungspolitik 2007 bis 2013 mit einem Budget von insgesamt 54 Milliarden Euro festgelegt. Vor allem die Grundlagenforschung in Europa soll im neuen Rahmenprogramm verstärkt gefördert werden.

1. Bayern wird vom Rahmenprogramm profitieren

Innerhalb des siebten Forschungsrahmenprogramms werden zahlreiche Forschungsbereiche gefördert, von denen insbesondere Bayern als Standort für Spitzenforschung in Deutschland besonders profitieren wird. Hervorzuheben sind die Informationstechnologie auf dem Gebiet der Quantenforschung, die Biomedizin, die Nanotechnologie, die Energieforschung einschließlich des Bereichs der nachhaltigen Energien sowie die Fusionsforschung.

So ist beispielsweise das Institut für Plasmaphysik der Max-Planck-Gesellschaft in Garching führend auf dem Gebiet der Fusionsforschung. Die TU München forscht auf dem Gebiet der Quanteninformationstechnologie. Auf Vorschlag des Europäischen Parlaments wird die EU auch Forschungsprojekte finanzieren, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf sensible Regionen wie etwa Gebirge befassen. In Bayern forscht etwa das Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen in diesem sehr speziellen Bereich.

Deutlich mehr Geld wird es ferner im Bereich der geisteswissenschaftlichen Forschung geben. Hier sind in Oberbayern die Ludwig-Maximilians-Universität München und die katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt besonders aktiv.

2. Der Europäische Forschungsrat

Eine wesentliche Neuerung des siebten Forschungsrahmenprogramms ist die Einrichtung des Europäischen Forschungsrates (EFR). Er soll nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft gezielt die Grundlagenforschung in der EU unterstützen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Spitzenforschung in Europa. Denn nahezu alle bahnbrechenden Erfindungen beruhen auf Erkenntnissen der Grundlagenforschung. Auch alltägliche Dinge wie die Digitalkamera oder der CD-Player wären ohne Grundlagenforschung nicht möglich gewesen.

Der Parlamentsberichterstatterin und oberbayerischen Europaabgeordneten, Angelika Niebler, ist es mit ihrem Bericht gelungen, dem Forschungsrat ein hohes Maß an Autonomie zu garantieren. Im EFR werden ausgewählte Forscher im wissenschaftlichen Beirat selbst über die Förderung vielversprechender Spitzenprojekte entscheiden. Nicht die Politik, nicht die Verwaltung entscheiden, sondern die Forscher! Das einzige Entscheidungskriterium wird dann die wissenschaftliche Exzellenz sein.

Ebenfalls klar begrenzt werden die Verwaltungsausgaben des EFR. Das Europäische Parlament konnte mit der Deckelung von fünf Prozent des Budgets erstmalig einen maximalen Kostenrahmen fixieren. Das ist ein großer Erfolg des Parlaments, denn es ist natürlich sinnvoller, wenn das Geld in die Forschung und nicht in die Verwaltung geht.

Die Einrichtung eines Europäischen Forschungsrates ist wichtig für Europa. Denn wir sind eine Friedensgemeinschaft, eine Wertegemeinschaft, eine Rechtsgemeinschaft wie auch eine Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft. Aber: warum sollte Europa nicht auch als Forschungsgemeinschaft wahrgenommen und verstanden werden? Wir wollen doch Spitzenforscher nach Europa locken! Hierfür müssen wir auch etwas anbieten. Mit dem Europäischen Forschungsrat als Leuchtturm mit Anziehungskraft können wir das.

Der Rat muss der Vereinbarung jetzt noch zustimmen, was als Formsache gilt. Das neue Forschungsrahmenprogramm kann dann mit Beginn des neuen Jahres in Kraft treten.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zum zentralen Server für europäische Forschung:

http://cordis.europa.eu/fp7/ideas.htm

Link zur Internetseite des Europäischen Forschungsrates.

http://erc.europa.eu/index_en.cfm

 

 

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