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Juni 2007/ 1 |
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Klimaschutz konkret Das
Thema „Klimaschutz“ erfährt heute weltweit eine bislang unbekannte Dimension.
Es ist von der politischen Agenda nicht mehr wegzudenken. Das hat nicht
zuletzt der G-8-Gipfel in Heiligendamm eindrucksvoll belegt. Nach
jahrelanger Weigerung hat der amerikanische Präsident George W. Bush jetzt
zum ersten Mal signalisiert, dass sich auch die Vereinigten Staaten an
Maßnahmen zur Verminderung der Globalen Erwärmung beteiligen werden. Auch
wenn die amerikanische Initiative derzeit noch weniger konkret ist als der
Vorschlag der Europäischen Union unter der deutschen Ratspräsidentschaft, so
darf dies doch als echter Erfolg von Angela Merkel als Verhandlungsführerin
gewertet werden. Denn
bislang hatte es Bush u. a. strikt abgelehnt, sein Land durch die
Unterzeichnung des sogenannten „Kyoto-Protokolls“
darauf zu verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern. Dabei
galt das „Kyoto-Protokoll“ aus dem Jahr 1997 als
echter Erfolg in Sachen Klimaschutz. Hier wurden erstmals die Treibhausgase
wie CO2 von der internationalen Staatengemeinschaft als eine Hauptursache für
die Globale Erwärmung anerkannt. Zugleich legte man verbindliche Zielwerte
für den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 und eine Reduktion der CO 2-Werte
um 8 Prozent verglichen mit 1990 fest.
Um
dieses Ziel zu erreichen wurde u. a. ein neuartiges System entwickelt, bei
dem mit sog. „Emissionsrechten“ gehandelt werden konnte. Dies soll einen
Anreiz für die Wirtschaft schaffen, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu
reduzieren. Die Idee dahinter ist, dass Emissionen dort am ehesten eingespart
werden, wo dies am kostengünstigsten möglich ist. Dazu
gibt der Staat an alle am Emissionshandel teilnehmende Unternehmen pro Jahr
eine vorher festgelegte Menge an Emissionszertifikaten kostenlos aus bzw.
versteigert sie. Alle
Firmen bekommen dabei allerdings weniger Zertifikate zugeteilt, als sie für
ihren laufenden Betrieb brauchen. Firmen, die mit geringen Kosten Emissionen
einsparen können, haben dann einen Anreiz dies umzusetzen. Falls
Unternehmen mehr CO2 emittieren, als die Zahl ihrer Zertifikate vorsieht,
können sie von einem anderen Unternehmen, das seine eigenen Zertifikate nicht
vollständig verbraucht, neue kaufen. Durch diesen Angebots- und
Nachfragezyklus sollte sich binnen kurzer Zeit eine Börse für
Emissionszertifikate bilden. Sobald der Marktpreis für ein Zertifikat höher
steigt, als die Investition zur Einsparung derselben Menge an Treibhausgasen
kostet, könnte dies ein Anreiz für Unternehmen sein abzuwägen, ob sie auf dem
Markt teuere zusätzliche Zertifikate kaufen oder ob sie gleich in CO2 arme
Technologien investieren. Die EU
hat den Handel mit Emissionszertifikaten vor zwei Jahren gestartet. Jetzt
läuft die erste Handelsperiode des Europäischen Emissionshandelssystems zum
Ende dieses Jahres ab. In der
Bilanz bleibt festzuhalten, dass sich das System in seiner jetzigen Form noch
nicht bewährt hat. Zum einen ist der erwünschte Lenkungseffekt nicht
eingetreten, da zu viele Zertifikate zugeteilt worden waren und es zu viele
Schlupflöcher gab, so dass der Preis für europäische Emissionszertifikate von
anfänglich 30 Euro auf nun lediglich einige Cents gepurzelt ist. In
diesem Zusammenhang hinterließen auch die so genannten "windfall profits" der
Energieunternehmen einen bitteren Beigeschmack. Die Kunden mussten -
angeblich wegen des neuen Systems - Strompreiserhöhungen in Kauf nehmen,
obwohl die Anfangszertifikate umsonst verteilt wurden. Fazit
ist: Es handelt sich um ein im Prinzip gutes System, das allerdings noch an einigen Anlaufschwierigkeiten
leidet. Im
nächsten Jahr soll die zweite Handelsperiode (2008 bis 2012) anlaufen. Nun
gilt es, die Bedingungen so zu gestalten, dass die Zertifikate tatsächlich
knapper ausgegeben werden und ein Handel zustande kommen kann. Auch ist es
entscheidend, die Regelungen so zu gestalten, dass die Verbraucher
letztendlich durch höhere Preise nicht die Leidtragenden sind. Die
Welt schaut auf Europa und das neue Emissionshandelssystem. Denn es ist das
weltweit erste multinationale Emissionshandelssystem und kann Vorreiter eines
möglichen weltweiten Systems werden. Haben Sie zu
diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! Mehr
Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im
Internet: Internetseite
der EU-Kommission zum EU-Emissionshandelssystem (nur auf Englisch): |
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Impressum |
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Herausgeberin: Bürgerbüro: E-Mail: info@angelika-niebler.de |
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