Juni 2007/ 3

Mission Completed – Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft wird ihren selbstgesteckten Zielen gerecht

Die Erwartungen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hätten kaum größer sein können. Zumal im Vorfeld auch Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst keinen Zweifel daran gelassen hat, dass sie bei den entscheidenden Themen „Klimaschutz“ wie auch „Verfassungsvertrag“ die Handlungsfähigkeit der EU sichern und Fortschritte erzielen wollte. Ehrgeizige Ziele, die nicht wenige für unerreichbar hielten!

Jetzt, nach den sechs Monaten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und unter dem Eindruck des Ratsgipfels, lässt sich respektvoll feststellen: Mission completed.

Mit ihrem großartigen Verhandlungsgeschick ist es vor Allem der Bundeskanzlerin gelungen, in den entscheidenden Situationen maßgebliche Fortschritte zu erzielen. Selbst wenn man sich durchaus einen weniger dramatischen Verlauf des jüngsten Gipfels hätte wünschen mögen.

Tatsache ist doch, dass viele ein Scheitern für wahrscheinlicher gehalten hatten als einen Erfolg. Und natürlich wären einige Kompromisse weniger durchaus hilfreich gewesen. Aber ist Kompromissfähigkeit nicht eine europäische Tugend?

Nun wurde in der letzten Woche ein Paket geschnürt, das zwar nicht besonders schön verpackt ist, der Inhalt aber kann sich sehen lassen:

Die grundlegenden institutionellen Reformen des Verfassungsvertrags, die die Union demokratischer und transparenter machen sollen, wurden in den Reformvertrag übernommen. So erhält das Europäische Parlament ab 2009 mehr Mitspracherechte und ein europäischer Bürgerentscheid wird eingeführt.

Bedauerlich ist, dass auf Bestreben Großbritanniens in den neuen "Reformvertrag" die Europa-Hymne und die Europa-Flagge nicht aufgenommen wurden.  Zum Trost kann man vielleicht sagen, dass diese beiden wichtigen Symbole der Europäischen Union ohnehin bereits fester Bestandteil der Gemeinschaft sind.

Die polnische Regierung konnte sich zudem nicht mit ihrem "Quadratwurzelmodell" bei der Aufteilung der Stimmen im Rat durchsetzen. Im Rat wird ab 2014, wie im Verfassungsvertrag bereits vorgesehen, nach dem Grundsatz abgestimmt: 55 Prozent der Staaten und 65 Prozent der Bevölkerung in der EU müssen jeder Entscheidung Zustimmen.

Die Weichenstellungen, die während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgenommen wurden, werden nachhaltig wirken. So nimmt Europa in der Klima- und Energiepolitik z. B. mit den selbstgesetzten Zielen zur Senkung des CO2-Ausstoßes seine Verantwortung wahr und hat dabei alle Chancen, auch seine technologische Vorreiterposition in diesem zukunftsträchtigen Bereich zu sichern.

Wir werden im Europäischen Parlament alle engagiert dafür arbeiten, diese ehrgeizigen Vorgaben aufzugreifen und sie Realität werden zu lassen. Denn es gilt, die Schubkraft für die Menschen in Europa zu nutzen, die von der deutschen Ratspräsidentschaft ausgegangen ist.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zu Informationen zur Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Europäischen Parlament zum Ende der deutschen Ratspräsidentschaft:

http://www.europarl.europa.eu/news/expert/infopress_page/008-8364-178-06-26-901-20070626IPR08363-27-06-2007-2007-true/default_de.htm

 

 

 

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