Juli 2007/ 1

In Deutschland fällt das Briefmonopol ab 2008

In der Europäischen Union steht das Ende des Briefmonopols für Briefe unter 50 g bevor. Zum Jahresende 2010 soll es für alle Mitgliedstaaten verpflichtend fallen.

In Deutschland wird es bereits ab 2008 kein Briefmonopol der Deutschen Post mehr geben. Dann werden neben der altbewährten gelben Post auch die blauen oder grünen Dienstleister unterwegs sein. Anbieter wie zum Beispiel der Hermes Versand oder die PIN AG, die schon jetzt in lokalen Bereichen als Konkurrenten der Deutschen Post auftreten, werden dann landesweit Briefe von und für Privatpersonen ausliefern können.

In der gesamten EU dürfen Mitgliedstaaten jedoch noch bis zum Auslaufen des Briefmonopols in 2010 einen so genannten ‚reservierten Bereich’ für ihre nationalen Postdienstleister aufrechterhalten. Damit soll die Marktumstellung im Land abgefedert werden. Die neuen EU-Mitgliedstaaten und solche mit einer extremen Rand- oder Insellage haben sogar noch zwei Jahre länger Zeit. Außerdem sieht die Regelung vor, dass in jedem EU-Land die Vorschriften des Tarif- und Arbeitsrechts eingehalten werden müssen.

Um in der EU bis zum Auslaufen aller Fristen, einschließlich der Übergangsfristen bis Ende 2012, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, sollen Postdienstleister, die im eigenen Land noch im reservierten Bereich tätig sind, also dort immer noch als Monopolisten auftreten, keine Zulassung in bereits vollständig geöffneten Märkten bekommen. So werden Wettbewerbsverzerrungen vermieden.

Für den Deutschen Markt heißt das, ein Postdienstleister, der in seinem eigenen Land noch als Monopolist tätig ist, darf sich nicht am freien Wettbewerb in Deutschland beteiligen.

Besonders wichtiges Element ist die flächendeckende Versorgung (Universaldienst) mit Briefen. Dieser Service ist für die Anbieter aufgrund von Verteilung und Transport kostenintensiv und könnte unter Umständen in Regionen mit ungünstigen Verkehrsanbindungen vernachlässigt werden. Um dies zu verhindern, soll es den Mitgliedsstaaten möglich sein, einen Fonds für den Universaldienst einzurichten, in den alle Postdienstleister einzahlen müssen. Damit wird dann die Flächendeckende Versorgung mit  Postdiensten sichergestellt.

Alternativ können auch die Mehrkosten eines Universaldienstes durch staatliche Zuschüsse gedeckt werden.

Am Ende werden Dienstleister und Verbraucher von mehr Wettbewerb und innovativen Produkten im Briefmarkt profitieren. Noch im Juli wird das Europäische Parlament über die Neuregelung abstimmen. Im Herbst müssen dann noch die Mitgliedstaaten ihre Zustimmung geben.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zum Berichtsentwurf des Europäischen Parlaments über Postdienstleistungen im Binnenmarkt:

 

http://www.europarl.ep.ec/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+REPORT+A6-2007-0246+0+DOC+XML+V0//DE

 

 

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