September 2007/ 1

Europäisches Parlament will die europäische Automobilindustrie für das 21. Jahrhundert fit machen

 

Während sich die Automobilindustrie gegenwärtig in Frankfurt auf der IAA ein Stelldichein gibt, das vor allem im Zeichen des Klimaschutzes steht, beschäftigt sich auch die EU im Zusammenhang mit der  notwendigen Reduktion des CO2-Ausstoßes mit dem Thema Auto. Die Vorgaben, die sich die europäische Staatengemeinschaft unter der deutschen Ratspräsidentschaft auferlegt hat, sind nicht diskutabel. Jetzt geht es um die Umsetzung, an der die Automobilhersteller maßgeblich mitzuwirken haben. Zugleich gilt es aber bei allen anstrebten Maßnahmen und Auflagen zu bedenken, dass es sich dabei um einen der größten und wichtigsten Industriezweige in Europa und natürlich vor Allem in Deutschland handelt. Wer die Rahmenbedingungen verändert, muss mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt rechnen.

 

In einer aktuellen Mitteilung hat die Europäische Kommission zur Neuausrichtung der europäischen Automobilindustrie gerade unter den Aspekten Forschung, Umweltverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit Stellung bezogen. Vor allem durch die Stellungnahme von EU-Kommissar Dimas ist die Marschroute klar: Verpflichtende Einheitsgrenzwerte für alle.

 

Hier sollte aber auf eine sorgsame Abwägung zwischen der Sicherung von Arbeitsplätzen und Umweltschutz, zwischen internationalem Wettbewerb und Forschung, die vor allem zum Ziel hat die weltweit führende Stellung der europäischen Automobilhersteller dauerhaft zu sichern, gesetzt werden. Und das gilt in besonderem Maße bei der Festsetzung der CO2-Grenzwerte. Die Maßnahme als solche ist unbestritten.

 

Wichtig ist aber, nicht alle Automobilhersteller über einen Kamm zu scheren. Die CO2-Grenzwerte sollten je nach Gewichts- oder Leistungsklasse gestaffelt werden. Denn ein schweres Familienfahrzeug wird immer mehr Kraftstoff verbrauchen als ein leichtes Kleinfahrzeug. Es können in Europa künftig nicht nur Zweisitzer fahren, damit blieben die Bedürfnisse von Familien auf der Strecke, Außerdem würde ein Einheitsgrenzwert die deutschen Hersteller und Arbeitgeber gegenüber anderen europäischen Marken benachteiligen.

 

Allerdings sollte die Reduktion der CO2-Emissionen weitaus mehr umfassen als die Diskussion um schärfere Grenzwerte.  Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments vertritt über die Fraktionsgrenzen hinweg die Ansicht, dass ein integrierter Ansatz dringend notwendig ist und eine Fülle von Einzelmaßnahmen dazu beitragen werden, die Klimaziele der EU zu erreichen. Effizientere Kraftstoffe, Straßenbeläge mit geringerem Rollwiderstand, besser angepasste Reifen gehören ebenso dazu wie eine verstärkte Nutzung von nachwachsenden Biokraftstoffen wie selbstverständlich auch eine ressourcenschonende Fahrweise. Für die Forschung im Bereich emissionsarmer und umweltschonender Technologien ist hier noch viel Raum, ihre Förderung ist entscheidend.

 

Keine Einigkeit besteht im Industrieausschuss über die Frage, ab wann die strengeren CO2-Werte eingeführt werden sollen. Die EU-Kommission will diese bereits 2012 festschreiben. Aufgrund der langen Entwicklungszeiten von Fahrzeugen, die 5 bis 7 Jahre betragen, wird es aber für die Hersteller fast unmöglich werden, diese Frist einzuhalten. Aus diesem Grund wäre beispielsweise eine stufenweise Einführung der strengeren Grenzwerte bis 2015 eine Lösung.

 

 

Im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments wird über alle diese Fragen im Oktober in einem Initiativbericht abgestimmt. Der Bericht wird dann voraussichtlich im November vor dem versammelten Plenum verabschiedet werden. 2008 wird die Kommission in unterschiedlichen Gesetzesvorschlägen die Themen weiter behandeln.

 

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zur Mitteilung der Kommission über ein wettbewerbsfähiges Kfz-Regelungssystem für das 21. Jahrhundert

 

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/com/2007/com2007_0022de01.pdf

 

Link zum Berichtsentwurf des Europäischen Parlaments über ein wettbewerbsfähiges Kfz-Regelungssystem für das 21. Jahrhundert

 

http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/pr/673/673406/673406de.pdf

 

 

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