Oktober 2007/ 1

Landwirtschaft - Flächenstilllegungen sollen im nächsten Jahr ausgesetzt werden

Landwirte dürfen im nächsten Jahr auf ihren zwangsweise brach liegenden Anbauflächen Getreide anbauen. Darauf haben sich letzte Woche die 27 EU-Agrarminister geeinigt. Auch das Europäische Parlament hat sich mit einer großen Mehrheit dafür ausgesprochen. Denn die Nachfrage nach Getreide und Getreideprodukten hat in den letzten Monaten stark zugenommen.

Der ursprüngliche Zweck der EU-Flächenstilllegung, nämlich der Abbau von Überschüssen, war in der Vergangenheit grundsätzlich richtig.  Inzwischen hat sich aber die Gesamtsituation auf den Agrarmärkten völlig verändert. Die Milchseen und Butterberge, die wir noch aus den 80er und frühen 90er Jahren kannten, gibt es nicht mehr. Heute sind die Märkte leergefegt. Die steigende Nachfrage aus China und Indien, der verstärkte Anbau von Bio-Kraftstoffen wie auch die schlechte Ernte in diesem Jahr haben das Angebot an landwirtschaftlichen Produkten stark eingeschränkt. Diese Entwicklung bekommen die Verbraucher schmerzhaft an der Supermarktkasse zu spüren.

Deshalb hat die Europäische Union nun reagiert und die obligatorische Flächenstilllegung zunächst für das Jahr 2008 ausgesetzt. Damit sollen nach Angaben der Kommission zusätzlich zehn Millionen Tonnen Getreide auf den Markt kommen.

Dies könnte ein erster Schritt hin zur einen völligen Abschaffung der Flächenstilllegungen sein. Denn einer drastischen Verteuerung der Lebensmittel muss möglichst entgegengewirkt werden. Das Ziel sollte zudem auch sein, dass die europäischen Landwirte von ihren Produkten auf den Weltmärkten auch leben können.

Die Aussetzung der Flächenstilllegungen ist nunmehr beschlossen. Abschließend wird darüber im nächsten Jahr befunden. Dies mach Sinn: Denn im nächsten Jahr kann die Marktentwicklung besser eingeschätzt werden. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Agrarprodukten in den Schwellenländern ist langfristig wohl eher von einem steigenden Flächenbedarf auszugehen. Genaueres wird die Marktbeobachtung zeigen. Davon können dann neben dem Getreide auch andere Agrarprodukte wie Milch, Gerste oder Mais profitieren. Letztendlich werden die EU-Agrarminister spätestens 2008 eine langfristige Lösung finden müssen.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet:

Link zum den EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland:

http://ec.europa.eu/deutschland/pdf/eu_nachrichten/eu-nachrichten-32_2007-web.pdf

Link zu einem Beitrag des ZDF zum Thema Flächenstilllegung:

http://www.heute.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,7011729,00.html

 

 

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