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März 2008/1 |
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Von Weidenkätzchen, Osterküken und
Heringsbegräbnissen - Ostern in Europa So unterschiedlich die
Weihnachtsbräuche in Europa auch sind - die Vielfalt der europäischen Osterbräuche
steht ihnen in Nichts nach. Wie schon in der Weihnachtszeit geht es auch in der
Karwoche in vielen Ländern der Europäischen Union etwas wilder zu als in
Deutschland. Wussten Sie zum Beispiel, dass man in Finnland Freunde und
Bekannte am Palmsonntag mit einer Birkenrute auf den Rücken schlägt? Die
Zweige sollen Glück bringen und erinnern an die Palmwedel, mit denen Jesus
bei seinem Einzug nach Jerusalem begrüßt wurde. Ebenfalls am Sonntag ziehen
die finnischen Kinder laut lärmend und mit allem, was zum Krach machen taugt,
durch die Straßen um den Winter zu verscheuchen und so die dunkle Jahreszeit
zu beenden. Etwas sanfter ist ein
englischer Glücksbringer: der Weidenkätzchenzweig. Nach englischer
Vorstellung bringt es Glück, diese Zweige zu Ostern zu sammeln und sich
gegenseitig damit zu tätscheln. Streicheleinheiten für ihr Volk hält auch die
Queen bereit, die am Gründonnerstag, dem "Maundy
Thursday", Geld an arme Menschen verteilt. Ihre
Gaben sind jedoch eher symbolisch, da sie sich nach dem Alter der Monarchin
richten, was z. B. im vergangenen Jahr lediglich zu einer Spende von 80 Pence für jeweils 80 Rentnerinnen und 80 Rentner reichte.
Die wohl skurrilste Tradition hat aber das englische Örtchen Olney bewahrt. Dort wird wie schon vor 500 Jahren jeden
Dienstag vor Aschermittwoch ein Pfannkuchenrennen ausgetragen, bei dem Männer
und Frauen mit Kopftuch und in Rock und Schürze gehüllt mit einer Pfanne um
die Wette rennen und ihre Pfannkuchen am Start und Ziel jeweils einmal
hochwerfen und natürlich wohlbehalten wieder auffangen müssen. Der Brauch
geht zurück auf den Beginn der Fastenzeit, an dem noch schnell Eier und Fett aufgebraucht
werden mussten. Nichts eignete sich dafür besser als die Zubereitung von
Pfannkuchen. Nicht nur zu Beginn der
Fastenzeit, auch an ihrem Ende gibt es in Europa Bräuche rund um das Essen. Auf
irischen Straßen werden an Ostern nach dem Ende der Fastenzeit traditionell
Tanzwettbewerbe ausgetragen, deren Sieger mit einem Kuchen belohnt werden. Noch
skurriler sind aber die symbolischen Heringsbegräbnisse. Als Zeichen dafür,
dass die Zeit des Fastens, in der Heringe eine Hauptmahlzeit sind, zu Ende
ist, werden die Fische in Irland zu Grabe getragen. Nicht selten werden diese
Heringsbegräbnisse vom örtlichen Metzger initiiert, der froh ist, dass er
wieder Wurst und Fleisch verkaufen kann. Die in Deutschland weit verbreitete
Tradition des Eierversteckens kennt man auch in anderen Ländern wie zum
Beispiel in Frankreich. Dort bringt sie aber nicht der Osterhase, sondern die
Glocken, die in der Osternacht nach Rom fliegen und bei ihrer Rückkehr am
Ostersonntag Eier in den Gärten verstecken und freudig läuten. In Bulgarien hingegen
werden die Ostereier nicht versteckt - hier bewirft man sich gegenseitig mit
ihnen. Nach bulgarischem Volksglauben wird derjenige, dessen Ei nicht
zerbricht, im kommenden Jahr mit Glück und Erfolg gesegnet. Die Osterfeiertage in den
südlichen Ländern Europas wie Spanien, Portugal und Italien sind stark von
den stimmungsvollen christlichen Osterprozessionen geprägt, bei denen Kreuze
oder riesige Jesus- und Heiligenfiguren durch die Städte und Dörfer getragen
werden. In Italien ist es zudem Tradition, am Ostersonntag und Ostermontag
die so genannte Ostertaube zu essen. Dabei handelt es sich nicht um einen
Vogel, sondern um einen Kuchen, der aus leichtem Hefeteig gebacken wird und
auf kaum einem Frühstückstisch auf der Appenin-Halbinsel
fehlen darf. Eine ungarische Eigenart
zu Ostern ist das "Begießen" der Frauen und Mädchen am Ostermontag.
Dieses geht vermutlich auf einen vorchristlichen Fruchtbarkeitsbrauch zurück,
bei dem die Männer die Frauen aus der Familie und aus dem Freundeskreis
besuchen und sie mit Parfüm besprengen. Dafür werden sie mit Ostereiern,
Kuchen und Alkohol bewirtet. Eine ähnliche Sitte kennen auch die Polen, die
sich am Ostermontag gegenseitig mit Wasser bespritzen. Dieser Brauch, vor dem
niemand sicher ist, soll an die Taufe des Prinzen Mieszko
I. im Jahre 966 erinnern, der den Polen das Christentum brachte. In Schweden ziehen Mädchen
und Jungen am Gründonnerstag mit Kopftüchern und langen Röcken als
Osterweiber verkleidet von Haus zu Haus und hinterlassen so genannte
Osterbriefe, für deren Überbringung sie sich Süßigkeiten oder Geld erhoffen. Da
die Farbe gelb in Schweden traditionell als Osterfarbe gilt, bringen hier
übrigens die Osterküken - nicht der Osterhase - die Ostereier. Wie Sie auch feiern und ob bei Ihnen der Osterhase
oder die Osterküken die Eier bringen - in jedem Fall wünsche ich Ihnen ein
frohes Osterfest im Kreise Ihrer Lieben. Denn eine Sache ist dem Osterfest in
ganz Europa gemein: es ist ein Fest für die ganze Familie. Ihre Europaabgeordnete Dr. Angelika Niebler, MdEP Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann
schreiben Sie mir bitte! |
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Impressum |
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Herausgeberin: Bürgerbüro: E-Mail: info@angelika-niebler.de |
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