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Juli 2008/1 |
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"Vive l'Europe"
- Die Französische Ratspräsidentschaft hat Großes vor Geprägt von Leidenschaft und
Emotionen ging am vergangenen Sonntag ein Ereignis zu Ende, das ganz Europa
drei Wochen lang in Atem hielt: die Fußball-Europameisterschaft. Sie war
nicht gerade ein Turnier der Favoriten, sorgte aber gerade deshalb für
Spannung. Selbst Angela Merkel stahl sich
vom Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am 19. Juni davon, um die
letzten sieben Minuten des Viertelfinalspiels Deutschland - Portugal live am
Fernseher zu verfolgen. Doch nicht nur der Fußball selbst, auch das
friedlich-freundschaftliche Miteinander der Fans ließ die Fußballerherzen der
Europäer höher schlagen. Zu spüren war diese besondere
Stimmung, wie sie eigentlich nur auf internationalen Sportgroßereignissen zu
finden ist, nicht nur an den Veranstaltungsorten. Auch in Brüssel, wo alle europäischen
Nationalitäten vertreten sind, wurde friedlich miteinander gefeiert. Egal,
welches Land gerade gewonnen hatte - Grund zum Jubeln gab es immer. Da wurde getrunken, geschrieen
und Fahnen geschwenkt. Türkische, deutsche, spanische und holländische Fans
fachsimpelten über ihre Mannschaften und schlossen Wetten ab, wer
Europameister wird. Letztendlich schafften es die Spanier. Nachhaltiger war
aber das Gefühl, Zeuge eines wahrlich europäischen Ereignisses gewesen zu
sein, das Fußballfans aller Länder vereinigte. Etwas von diesem "europäischen
Geist" wünscht sich in diesen Tagen wohl auch Nicolas Sarkozy sehnlichst herbei. Der französische Staatspräsident
hat am 1. Juli den Vorsitz des Rates der Europäischen Union übernommen. Er
hätte kaum einen schwierigeren Zeitpunkt erwischen können. Nach dem negativen irischen
Referendum befindet sich Europa im Schockzustand. Als "Cheftrainer" der Europäischen
Union möchte er sie nun aus der Krise herausführen und Europa dynamischer,
lebhafter und bürgernaher machen. Ob sechs Monate dafür reichen? Immerhin
scheint er wild entschlossen, das Schicksal Europas in die Hand zu nehmen. So schonungslos wie die französischen
Medien das klägliche Scheitern ihrer Mannschaft in der Vorrunde der EM 2008
kommentierten, analysierte der französische Regierungschef das Scheitern
Europas bei den europäischen Bürgern. Anhand haarsträubender Beispiele machte
er deutlich, warum die EU bei den Menschen nicht ankommt. Was bringt der freie Markt,
wenn ihn die Menschen nur mit erheblichen Schwierigkeiten nutzen können, weil
beispielsweise das verbriefte Rücktrittsrecht von einem Vertrag im einen Land
fünf, im nächsten sieben und im dritten 15 Tage lang gilt? Wie fühlt sich ein
Arbeitnehmer mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der für eine Firma in den
Niederlanden arbeitet und immer wieder trotz Hinweis auf das Verbot der
Doppelbesteuerung Steuerforderungen von beiden Seiten bekommt? Sarkozy weiß, dass er daran nichts ändern kann, solange die
Mitgliedstaaten nicht anfangen, ihre eigenen Verwaltungen zu europäisieren. Seine
wichtigste Botschaft: Europa muss von unten wachsen. Zurück aus Paris zum Schauplatz
Fußball-EM. Ein Zeichen der Hoffnung? In dem bunten Fahnenmeer aus Nationalstolz,
dem Schwarz-Rot-Gold, Rot-Weiß und Grün-Weiß-Rot blitzt auch sie kurz auf:
die Europafahne. "Vive l'Europe!"
- Warum eigentlich nicht? Haben
Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! Mehr
Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im
Internet: Link zur Homepage der
französischen Ratspräsidentschaft: http://www.ue2008.fr/PFUE/lang/de/accueil Link zur Homepage des Rates der
Europäischen Union: http://www.consilium.europa.eu/cms3_fo/showPage.asp?id=242&lang=DE&mode=g |
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Herausgeberin: Bürgerbüro: E-Mail: info@angelika-niebler.de |
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