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Sommer-Europa-Telegramm 2008/1 |
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Energieeffizienz
in Europa - Ein Ausblick in die Welt von Morgen In Australien ist es bereits Realität. Die Glühlampe
wird spätestens 2010 aus den Regalen der Geschäfte in "Down Under" verschwunden sein. Die australische Regierung
setzt stattdessen auf Energiesparlampen, die nur durchschnittlich ein Fünftel
dessen verbrauchen, was konventionelle Glühlampen an Strom benötigen. Die Maßnahme ist umstritten, aber wenig verwunderlich,
nimmt sie doch nur eine natürliche Entwicklung vorweg. Selbst ohne Verbot
geht die Industrie davon aus, dass spätestens 2015 keine Glühlampen mehr
verkauft werden. Die Glühlampe stammt aus einer Zeit, in der Kohle und Öl
scheinbar unendlich und Strom gut erschwinglich war. Niemanden störte, dass die
Lampe nur fünf Prozent der Energie in Licht umsetzt und der Rest der
abgestrahlten Leistung als Wärme verpufft. Effizient ist das nicht. Damit
passt die Glühlampe nicht mehr in die heutige Zeit - eine Zeit, in der der
menschliche Treibhausgas-Ausstoß das Weltklima bedroht und die weltweiten
Vorräte an fossilen Energiequellen zur Neige gehen. Jedes Jahr verbrennt die Menschheit das Ergebnis von
500.000 Jahren Erdgeschichte. Eine unvorstellbar hohe Zahl. Professor
Hans-Joachim Schellnhuber, Klimaexperte und Berater
der deutschen Bundesregierung, hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: für
die Menschheit ist es schon fünf nach Zwölf - allerhöchste Zeit zum Handeln. Es
geht nicht nur um unsere Kinder und Enkelkinder, auch wir selbst sind längst
Zeuge einer Entwicklung, an deren Ende Schreckensszenarien wie Kriege um
Ressourcen und ein nicht mehr aufhaltbarer Treibhausgaseffekt stehen könnten.
Welche Energiepfade werden Deutschland und andere Industriestaaten angesichts
des fortschreitenden Klimawandels und der drängenden Umwelt- und Ressourcenprobleme
in Zukunft beschreiten? Mittel- und langfristig kann die Lösung nur lauten, das
europäische Energiesystem auf erneuerbare Energien umzustellen. Nur wenn es
gelingt, die Treibhausgas-Emissionen aus der Nutzung fossiler Energieträger
fast auf Null zu senken, wird es möglich sein, das Klimaproblem zu lösen.
Doch solch eine Umstellung mitsamt der Entwicklung neuer Technologien braucht
Zeit. Erstes Etappenziel der Europäischen Union ist die Erhöhung des Anteils
erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 20 Prozent bis 2020. Mit
einer ernsthaften Annäherung an das Gesamtziel wird aber nicht vor der
zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts gerechnet. Zum Aufbau eines nachhaltigen Energiesystems gehört deshalb
nicht nur das Umstellen auf die Erneuerbaren. Von großer Bedeutung sind die
Chancen, die verwendete Energie besser zu nutzen, statt immer nur den
Verbrauch hochzuschrauben. Ein privat genutzter Drucker etwa verbraucht 25
Prozent seiner Energie in der "Stand-by-Schaltung".
Ein einfacher Knopfdruck reicht aus, um den Stromverbrauch schlagartig um ein
Viertel zu reduzieren. Energie sparen ist ein wirksames Mittel gegen die
drohenden Gefahren des Klimawandels und den Ölmangel. Das Wort der Stunde lautet deshalb: Energieeffizienz. In
einer Serie von sechs Sommer-Europa-Telegrammen lesen Sie, was die europäische
und nationale Politik, die Industrie und jeder Einzelne für eine
nachhaltigere Zukunft in der Welt von Morgen tun kann. Nicht zuletzt spielt
dabei auch in Europa die Glühlampe eine Rolle. Haben
Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! Mehr
Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf der folgenden Seite im
Internet: Link zum Richtlinienvorschlag
über die Förderung der Nutzung erneuerbarer Energieträger: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2008:0019:FIN:DE:PDF Link zum EU-Aktionsplan zur
Energieeffizienz: http://ec.europa.eu/energy/action_plan_energy_efficiency/doc/com_2006_0545_de.pdf |
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Impressum |
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Herausgeberin: Bürgerbüro: E-Mail: info@angelika-niebler.de |
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