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Januar 2006 / 1 |
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Energieversorgungssicherheit
auch ein Thema in der EU - Gasstreit zwischen Russland und Ukraine lässt
diese Angelegenheit wieder aktuell werden Die EU und Deutschland können erleichtert sein, dass
der Streit zwischen der Ukraine und Russland über Erdgaslieferungen nun
beigelegt ist. Immerhin haben auch deutsche Energielieferanten über
Lieferverluste geklagt, nachdem am 1. Januar 2006 Russland die Gaslieferungen
in die Ukraine vorübergehend eingestellt hatte. Dieser
"Zwischenfall" hat der EU schmerzlich vor Augen geführt, wie
verletzlich die Mitgliedsstaaten doch bei ihrer Energieversorgung sind. So wird zum Beispiel mehr als ein Drittel des deutschen
Energiebedarfs von Russland abgedeckt. Obwohl Russland an sich als zuverlässiger
Energielieferant gilt, ist Anfang diesen Jahres sehr
deutlich geworden, dass wir uns im Energiesektor in einer starken
Abhängigkeit von anderen Staaten befinden und dem Thema deshalb auch
politisch ein höherer Stellenwert eingeräumt werden muss. Alle EU-Staaten sitzen hier in einem Boot. Von wenigen
Ausnahmen abgesehen, verfügen sie nicht über ausreichend fossile
Energieträger. Es ist also für alle Mitgliedsstaaten vorteilhaft, wenn die
Staaten mit dem Gewicht der EU in der wichtigen Energiefrage gemeinsam nach
außen auftreten. Die Energieversorgung ist in der EU nicht erst seit
kurzem ein Thema. Bereits im Jahre 2000 hat die EU-Kommission ein Grünbuch für
eine europäische Strategie zur Energieversorgungssicherheit herausgegeben, in
dem die Ziele einer gemeinsamen europäischen Energiepolitik formuliert
werden. Dazu gehören neben der Versorgungssicherheit auch Umwelterwägungen
und das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Bei dem EU-Gipfeltreffen im März diesen
Jahres wollen sich die Staats- und Regierungschefs aus aktuellem Anlass unter
anderem auch mit den Fragen der Energieversorgungssicherheit beschäftigen. Die EU kann vor allem bei transnationalen
Fragestellungen eingreifen, die die gesamte Staatengemeinschaft betreffen: So
zum Beispiel beim Aushandeln von Verhaltenskodizes mit Liefer- und
Transitländern, um abrupte Lieferstopps zu verhindert. Um eine effiziente
Energieversorgung zu ermöglichen, kann die EU auch die Mitgliedsstaaten
verstärkt dazu auffordern, gezielte und langfristige Energiekonzepte zu
entwerfen. Die Sicherung der Versorgung von Seiten der EU zielt
vor allem darauf ab, die mit der Abhängigkeit von anderen Ländern verbundenen
Risken zu mildern. Deshalb ist es auch notwendig, einen ausgewogenen
Energiemix - eine Diversifizierung
sowohl der Energiequellen als auch der
Herkunftsländer - sicherzustellen. Bei der Auswahl ihres Energiemixes
sind aber die Mitgliedsstaaten selber gefragt und nicht die EU: Denn nur sie
können entscheiden aus welchen Energiequellen der nationale Energiebedarf
gedeckt wird. Dies können sein: Fossile Energiequellen, wie Erdgas,
Erdöl oder Steinkohle, erneuerbare Energien, wie Wind- oder Sonnenenergie
oder atomare Energie. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse stellt
sich deshalb für die Bundesrepublik die Frage, ob es tatsächlich sinnvoll
ist, die Atomkraft, die immer hin fast 30% der Energie in Deutschland
liefert, so bald schon aufzugeben. Denn die regenerativen Energien werden
einen so großen Teil der Energieversorgung nicht so schnell ersetzen können.
Dabei steht außer Frage, dass der Bereich der regenerativen Energien auch
weiterhin mit großem Nachdruck gefördert werden muss. Sei dies bei Biomasse,
Wind- oder Sonnenenergie. Im Bereich Energie gilt es deshalb auf europäischer
Ebene vor allem die Forschung in diesen Bereichen zu fördern, wie es das
geplante 7. Forschungsrahmenprogramm vorsieht. Es gilt sowohl die
Energieeffizienz zu erhöhen, als sind auch neue Energiequellen wie etwa die
Wasserstofffusion zu finden. Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann
schreiben Sie mir bitte! Mehr Informationen zu diesem
Themenkomplex finden Sie auf folgenden Seiten im Internet: Internetseite der EU- Kommission zum Thema Energie http://europa.eu.int/comm/energy/index_de.html Grünbuch zur Versorgungssicherheit http://europa.eu.int/comm/energy_transport/doc-principal/pubfinal_de.pdf Grünbuch über Energieeffizienz http://europa.eu.int/comm/energy/efficiency/doc/2005_06_green_paper_book_de.pdf |
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