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Sommer-Europa-Telegramm 2008/6 |
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Energieeffizienz
und erneuerbare Energien - die Zwillinge der Energie-Wende Um den Klimawandel
zu stoppen und unsere Umwelt und Ressourcen für nachfolgende Generationen zu
bewahren, bleibt uns keine andere Wahl als unsere Energiesysteme auf lange
Sicht auf erneuerbare Energien umstellen. Doch diese Umstellung ist ein
schmaler Grat. Denn unsere Energienutzung ist hochgradig ineffizient und
unsere Netze allein mit regenerativen Energien in Gang halten zu wollen ist
derzeit illusionär und unbezahlbar. Aus 100 Prozent Energiezufluss kommt nach
Umwandlung der Primärenergien Öl, Kohle, Gas und Uran weltweit nur etwa ein
Drittel Nutzenergie beim Verbraucher an - diese Bilanz sähe bei erneuerbaren
Energiequellen nicht anders aus. Deshalb brauchen wir
für eine erfolgreiche Wende in der Energiewirtschaft dringend Maßnahmen im
Bereich der Energieeffizienz, die die Löcher in unseren Systemen stopfen. Die
Energieeffizienz-Initiativen, die in den vorangegangenen Sommer-Europa-Telegrammen
vorgestellt wurden, zeigen einen Weg auf, wie in der heutigen Übergangsphase ein
Anfang gemacht werden kann, um Zeit zu
schaffen. Zeit, die die erneuerbaren Energien brauchen, um sich weiter zu
entwickeln und selbstständig marktfähig und wirtschaftlicher zu werden. Die Chancen stehen
nicht schlecht, dass wir die Wende schaffen. Tendenziell könnte der
Pro-Kopf-Energieverbrauch in Europa und in allen OECD-Ländern bis zum Jahr
2050 auf ein Drittel des jetzigen gesenkt werden, rechnet der langjährige Präsident
des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Peter Hennicke, vor. Möglich sei dies,
weil Ingenieurskunst so hocheffiziente Fahrzeuge, Gebäude,
Produktionsprozesse und Haushaltsgeräte entwickelt habe, dass aus jeder
eingesetzten Kilowattstunde im Vergleich zu heute der vier- bis fünffache
Nutzen herauszuholen wäre. Aus den heutigen verschwenderischen
6000-Watt-pro-Kopf-Gesellschaften könnten in 50 Jahren bei universellem
Einsatz von bereits heute (zumindest als Prototyp) bekannten
Hocheffizienztechniken und durch nachhaltigere Lebensstile wirtschaftlichere,
gerechtere und umweltverträglichere 2000-Watt-pro-Kopf-Gesellschaften
entstehen - ohne Einbußen an Wohlstand. Zwei Drittel bis
Drei Viertel der für den Klimaschutz notwendigen CO2-Minderung müssen in den
nächsten Jahrzehnten auf den Märkten für Energieeffizienztechnologien
erbracht werden. Dass dies - noch dazu mit volkswirtschaftlichem Gewinn -
machbar ist, zeigt eine Studie, nach der in der Bundesrepublik Deutschland die
eingesparten Energiekosten des Einsatzes von Energie-Effizienz und erneuerbaren
Energien zur Erreichung der 40-prozentigen CO2-Minderung bis 2020 die
zusätzlichen Investitionskosten um fünf Milliarden Euro übersteigen. Auf lange Sicht werden
erneuerbare Energien ohnehin wirtschaftlicher, weil dann sowohl die am Markt
zu erwartenden Preissteigerungen für alle fossilen und nuklearen Energien als
auch vor allem deren externe Kosten vermieden werden können. Damit die Umstellung
unserer Energiesysteme auf erneuerbare Energien in der Zukunft gelingt, brauchen
wir also Investitionen in CO2-arme Technologien und ein entsprechendes
Umdenken in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Bis die Energie-Wende
geschafft ist, müssen wir dazu auch auf einen sinnvollen Energiemix bauen,
der die Stärken aller derzeit vorhandenen Energieträger nutzt und ihre
Schwächen abmildert. Gefordert ist
hierbei aber nicht nur die Europäische Union, sondern auch alle anderen
Staaten der Welt - insbesondere die USA, die mit nur 5 Prozent der
Weltbevölkerung für 25 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.
In internationalen Verhandlungen muss sichergestellt werden, dass insbesondere
die USA aber auch Länder wie China, Indien oder Brasilien den ehrgeizigen
Zielen der Europäischen Union folgen - nur so kann der schmale Grat, auf dem
wir uns derzeit bewegen, erfolgreich überwunden werden. Haben
Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte! |
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Impressum |
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Herausgeberin: Bürgerbüro: E-Mail: info@angelika-niebler.de |
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