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November 2008/1 Die USA haben den "Wandel" gewählt - was bedeutet das für
Europa? Er verkörpert in diesen
Tagen den amerikanischen Traum wie kaum ein anderer. Barack
Obama, Sohn eines Kenianers und einer
US-Amerikanerin aus Kansas, ist der erste afroamerikanische Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika. In einem nahezu perfekt inszenierten Wahlkampf
setzte er sich gegen seinen Kontrahenten John McCain durch, der die Wirkung
der neuen Medien und sozialer Netzwerke unterschätzt hatte und auch in Sachen
Rhetorik und Charisma gegenüber dem smarten Mittvierziger Obama
zurückfiel. Der frisch
gebackene US-Präsident wird es nicht leicht haben. Die Medien haben ihn - und
daran ist er selbst nicht ganz unschuldig - zum Heil bringenden Messias
stilisiert. Rührend seine Dankesrede, in der er von der 106 Jahre alten Ann
Nixon Cooper aus Atlanta erzählt, die nach Jahrzehnten der Diskriminierung
als Schwarze und als Frau am frühen Morgen des 4. Novembers ihre Stimme
abgibt im tiefen Glauben daran, dass Amerika sich ändern kann - "Yes, we can." Große Erwartungen
haben nicht nur die Amerikaner an ihren neuen Präsidenten. Aus der ganzen
Welt hagelt es Wünsche und Forderungen an seine Adresse. Doch solche Probleme
wie der Klimawandel, die Finanzkrise oder der internationale Terrorismus sind
um einige Nummern zu groß, als dass ein einzelner Mann sie auf seine Schultern
laden könnte. Gerade deshalb sollten wir Europäer mit unseren Forderungen
bescheidener sein: Für den Anfang muss es uns schon freudig stimmen, dass Obama die echte Neugier und Bereitschaft mitbringt, auf
andere zuzugehen. Das ist nach acht Jahren Bush-Regierung ein großer
Fortschritt. Vor lauter Euphorie sollten wir aber nicht vergessen, dass auch Obama immer zuerst amerikanische Interessen vertreten
wird - im Zweifelsfall auch ohne Zustimmung der Vereinten Nationen. Immerhin: Während
seines Besuchs in Berlin im Juli dieses Jahres sendete Obama
das Signal aus, dass die USA und Europa die Herausforderungen der Zeit nur
gemeinsam lösen könnten. Das ist ein wunderbarer Anfang. Wie tragfähig aber
die neuen Brücken zwischen den zwei Kontinenten sein werden, die Obama in seiner Rede in Berlin beschrieb, bleibt
angesichts der zu erwartenden Konflikte abzuwarten. Harte Testfälle in der
Außenpolitik werden Afghanistan, Irak und das Ringen um eine an die
Wirklichkeit angepasste Weltordnung sein. Auch in Handelsfragen bleibt die
Sorge, dass Obama sich eher als Protektionist
herausstellen wird denn als Verfechter des Freihandels. Sehr positiv
stimmt aber der zu erwartende Wandel der Haltung der USA zum Klimaschutz. So zählen
besonders die Hersteller von effizienten Energietechnologien zu den Gewinnern
des Regierungswechsels. Obama will den Anteil
erneuerbarer Energien am US-amerikanischen Energiemix von derzeit acht
Prozent auf 25 Prozent bis 2025 steigern und die Treibhausgasemissionen der
USA durch den Einsatz von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien bis 2050
um 80 Prozent senken - Bereiche, in denen europäische und besonders deutsche
Firmen häufig Weltmarktführer sind. Für das
Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls, das Ende
2009 in Kopenhagen ausgehandelt werden soll und den weltweiten
Emissionshandel regelt, stehen die Zeichen damit auf Grün. Die Chancen
erhöhen sich, dass die USA sich mit der Bekenntnis zu verpflichtenden Zielen
an die Seite der Europäer stellen wird und gemeinsam mit der EU versucht,
China und Indien im Wettlauf gegen den Klimawandel ins Boot zu holen. Dieser
Wandel ist nicht nur Obama, sondern uns allen zu
wünschen. Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir
bitte! Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf folgender Seite
im Internet: Blog der Konrad-Adenauer-Stiftung zu den
US-Wahlen 2008: |
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